Neuer Chef für die ÖVP-Arbeitnehmer

Vorarlberg / 13.06.2017 • 19:29 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Seit 2010 Bürgermeister von Thüringen, seit Dienstagabend Vorsitzender des Vorarlberger AAB: Harald Witwer. Foto: VN
Seit 2010 Bürgermeister von Thüringen, seit Dienstagabend Vorsitzender des Vorarlberger AAB: Harald Witwer. Foto: VN

Harald Witwer wurde am Dienstag zum neuen Landesvorsitzenden des ÖAAB gewählt.

Feldkirch. In der Volkspartei wird seit jeher auf das Gleichgewicht der Mächte geachtet. Ämter werden zwischen Bünden und Ländern aufgeteilt und gegengerechnet, niemand darf leer ausgehen. Einer dieser Bünde heißt ÖAAB. Die starken Gemeinschaften sind andere, Arbeitnehmer werden in der Volkspartei eher stiefmütterlich behandelt. Ein Blick auf die Mitgliederzahl zeigt: zu unrecht. Allein in Vorarlberg zählt der Bund rund 2000 Mitglieder. Seit 2012 führte Bundesrat Edgar Mayer die Landesorganisation. Bis Dienstagabend. Der ÖAAB-Vorstand wählte Thüringens Bürgermeister Harald Witwer in Feldkirch zum neuen Chef. Diese Übergabe stand schon seit einigen Monaten fest.

2012 übernahm Mayer den Vorsitz, im Juli wird er in Wien erneut zum Bundesratspräsidenten aufsteigen. „Das bringt viele Verpflichtungen und Termine mit sich, weshalb ich den AAB-Vorsitz abgeben wollte. Mit Harald Witwer gab es einen jungen und engagierten Bürgermeister, der sich dazu bereit erklärte.“

Witwer ist seit 2015 Bezirks­obmann und damit Mayers Vize. Der neue Chef sieht sich als Moderator: „Mich fasziniert die Themenvielfalt innerhalb des Arbeitnehmerbunds. Meine Aufgabe ist es, die vielen Themen zusammenzubringen.“ Seinen eigenen Schwerpunkt beschreibt Witwer so: „Als Bürgermeister bin ich direkt mit der Frage zu leistbarem Wohnen konfrontiert, das werde ich auch im ÖAAB verfolgen.“ Die allgemeinen AAB-Forderungen werden sich nicht ändern: Abschaffung der kalten Progression etwa oder Mindestlohn. Für Vorgänger Mayer dauern die Verhandlungen dazu schon viel zu lange: „Es ist höchste Zeit, mittlerweile sind 1500 Euro eigentlich zu wenig. Aber ich weiß nicht, ob das in dieser Regierung noch etwas wird. Die Sozialpartner haben jedenfalls nicht geliefert.“

Sondersituation im Westen

ÖAAB-Vertreter haben es in Vorarlberg einfacher als in den meisten anderen Ländern. Nur hier und in Tirol stellt die ÖVP den Arbeiterkammerpräsidenten. Kein Wunder, dass die Zusammenarbeit funktioniert. „Mit AK-Präsident Hubert Hämmerle hat die Zusammenarbeit immer gut geklappt, wir waren sogar meistens gleicher Meinung“, blickt Edgar Mayer zurück. Witwer hofft auf die Fortsetzung dieser Achse.

Harald Witwer begann seine Karriere in der Jungen ÖVP, unter Klubobmann Rainer Gögele arbeitete er als Pressesprecher im ÖVP-Klub. Gögele war damals selbst AAB-Vorsitzender. Er holte Witwer dazu. 2015 folgte der Aufstieg zum Bezirksobmann, diesen Posten muss er nun zurücklegen: „Es gibt bereits Gespräche mit möglichen Nachfolgern, allerdings haben wir noch nichts fixiert.“ Er selbst ist seit Dienstag sogenannter geschäftsführender Vorsitzender. Im Frühjahr 2018 wählt ihn dann die Mitgliederversammlung offiziell zum neuen Obmann.

Zur Person

Harald Witwer,

neuer Vorsitzender des Vorarlberger Arbeitnehmerbundes (AAB)

Geboren: 31. März 1977

Laufbahn: Pflichtschulen, Gymnasium, Studium Politik- und Wirtschaftswissenschaften, Pressereferent im Landtagsklub der Volkspartei, seit 2010 Bürgermeister von Thüringen, seit 2015 Bezirksobmann ÖAAB Bludenz