Riedstraße im Asfinag-Plan

Vorarlberg / 16.08.2017 • 21:40 Uhr
Stau auf der S 16 vor der Abfahrt ins Montafon. Die Asfinag sucht nach Lösungen. Foto: VN/Schwald
Stau auf der S 16 vor der Abfahrt ins Montafon. Die Asfinag sucht nach Lösungen. Foto: VN/Schwald

Viele andere Straßenprojekte stehen vor der Umsetzung oder sind in Vorbereitung.

Schwarzach. Im ausführlichen VN-Interview spricht Asfinag-Vorstand Dr. Klaus Schierhackl auch vom Vollanschluss beim Güterbahnhof Wolfurt bis 2025.

Sie besuchen regelmäßig die Bundesländer und besprechen mit den Landeshauptleuten aktuelle, die Asfinag betreffende Themen. Was sind die Topthemen in Vorarlberg?

Schierhackl: Eine permanente Herausforderung ist die florierende Wirtschaft und die dadurch notwendigen Anbindungen von Betriebsgebieten an das hochrangige Straßennetz. Derzeit laufen Planungen für die Anschlussstelle Rheintal-Mitte sowie für den Umbau der Anschlussstellen Hohenems und Bludenz-Bürs. Es gibt auch bereits konstruktive Gespräche für einen Ausbau der Halbanschlussstelle Wolfurt-Lauterach.

Ein Topthema ist natürlich die fehlende hochrangige Verbindung zwischen Österreich und der Schweiz. Die S 18 Bodensee Schnellstraße soll als hochrangige Verbindung in die Schweiz Verkehrsentlastung für das gesamte untere Rheintal mit sich bringen. Es ist sicherlich das größte Projekt, an dem wir derzeit in Vorarlberg arbeiten.

Ebenfalls ein Thema ist der Tourismus. Da steht der Winterreiseverkehr mit den neuralgischen Punkten im Bereich Bludenz/Klostertal im Fokus. Zur Reduktion der regelmäßigen Staus werden auf der S 16 punktuelle Ausbaumaßnahmen gesetzt, um die Situation besonders beim Urlauber-Schichtwechsel zu entschärfen.

Ein Thema bleibt auch die Verkehrssicherheit in den Tunnelanlagen. Bis zum Jahr 2019 müssen auch in Vorarlberg die Tunnelanlagen auf der A 14 und der S 16 entsprechend den Anforderungen des Straßentunnelsicherheitsgesetzes auf den aktuellen Stand der Technik gebracht werden. Dazu laufen derzeit die Arbeiten im Arlbergtunnel, dem Dalaaser Tunnel sowie dem Ambergtunnel. Dafür investieren wir bis 2019 160 Millionen Euro gesamt in den Arlbergtunnel, 15 Millionen Euro in den Dalaaser Tunnel, in den Ambergtunnel 16 Millionen Euro sowie rund 20 Millionen Euro in den Langener Tunnel.

Kommen wir zur Autobahnverbindung zwischen Österreich und der Schweiz, bei uns auch als S 18 bekannt. Was können Sie uns über den aktuellen Stand der Vorbereitungen berichten?

Schierhackl: Für die Planung dieses großen Projekts in einem derart sensiblen Planungsraum werden noch eine Vielzahl von Meinungen externer Experten, Planer und Gutachter benötigt. Die ersten Leistungen wurden bereits vergeben und Anfang nächsten Jahres soll mit den notwendigen Erhebungen und Erkundungen begonnen werden. Diese Schritte werden natürlich auch mit der Schweiz koordiniert.

Gibt es bereits Überlegungen bezüglich der Finanzierung, das Projekt soll im Endausbau bis zu 900 Millionen Euro kosten?

Schierhackl: Die Kosten für die S 18 Bodensee Schnellstraße werden gegenwärtig mit 530 bis 900 Millionen Euro geschätzt. Die tatsächlichen Kosten werden im Zuge des Trassenauswahlverfahrens im Hinblick auf die gewählte Variante konkretisiert. Die S 18 ist im mittelfristigen Bauprogramm der Asfinag berücksichtigt.

Sie besuchen die in Bau befindliche Raststätte Hörbranz. Dort kämpfen Anrainer noch immer gegen die ihrer Meinung nach zu langen Zu-und Abfahrten. Sehen Sie diesbezüglich Lösungen in Sicht?

Schierhackl: Für das Raststationsprojekt wurden im Zuge umfangreicher Behördenverfahren sämtliche Grundlagen geschaffen. Dies sogar unter Einbindung von Verfassungs- und Verwaltungsgerichtshof. Somit wird das Projekt wie genehmigt umgesetzt.

Ist das Hörbranz-Projekt bezüglich seiner Problematik ein spezielles?

Schierhackl: Wir haben in fast allen Projekten mit Anrainer-Themen zu tun, und wir nehmen die Anliegen der Nachbarn immer sehr ernst. Trotzdem gab es in Hörbranz weitere Einsprüche einer Gruppe von Anrainern, die das für uns so wesentliche Projekt zeitlich verzögert haben. Unsere Vertragspartner haben hier einen langen Atem bewiesen. Das Projekt in Hörbranz verbessert die Situation rund um die regelmäßig überlasteten Park- und Rastanlagen in Vorarlberg spürbar.

Projekt Bludenz-Bürs und Anschlussstelle Rheintal-Mitte. Geht da aus Ihrer Sicht alles planmäßig?

Schierhackl: Bei der Anschlussstelle Bludenz Bürs starten wir heuer mit den Baufeldfreimachungen. Bei der Anschlussstelle Rheintal-Mitte warten wir auf den notwendigen Bescheid zur Umweltverträglichkeitsprüfung. Parallel dazu bereiten wir bereits die Grundeinlösen vor. Wenn alles gut läuft, kann nächstes Jahr mit Projekt-Vorarbeiten begonnen werden.

Wie weit sind die Pläne für eine zusätzliche Fahrspur bei Bludenz-Montafon gediehen?

Schierhackl: Die Einreichplanungen sind abgeschlossen, diese werden in den nächsten Wochen bei den zuständigen Behörden eingereicht. Im Anschluss daran ist beabsichtigt, Kontakt mit den betroffenen Grundeigentümern aufzunehmen. Ein Baustart ist für Ende 2017/Anfang 2018 vorgesehen, vorausgesetzt, es gibt keine Verzögerungen beim Behördenverfahren und bei der Grundeinlöse.

Vollanschluss beim Güterterminal Wolfurt: Wann wird er kommen?

Schierhackl: Der Umbau der bestehenden Anschlussstelle Dornbirn-Nord ist für das Jahr 2019 vorgesehen, der Vollausbau der Halbanschlussstelle für das Jahr 2025.