Die Anderen
Die Anderen. Haben mir etwas weggenommen. Stehen auf meinem Platz. Besetzen meinen Stuhl. Das hat einmal alles mir gehört, in glücklicheren Tagen. Als alles noch klarer war, überschaubarer. Mit unverstelltem Blick und Luft zum Atmen.
Aber jetzt sind da die anderen. Die sind überall. Haben das kleine und das große Glück besetzt. Sind eines Tages einmarschiert in meine Träume, haben ihre Zelte eingepflockt im Garten meiner Sehnsüchte. Und ich sehe sie mit jedem Tag deutlicher, an dem man mir einzureden versucht, es ginge mir doch eigentlich recht gut. Denen geht es gut, den anderen. Und mir? Fragen sie nicht!
Die Anderen stehen so in keinem Wahlprogramm. Und doch sind sie das offensichtliche Rezept für politischen Erfolg. Man wählt die einen, damit die anderen sich endlich fürchten müssen. Wenn die anderen erst mal weg sind, seh ich endlich wieder klar. Mich zum Beispiel. Wenn das mal kein böses Erwachen wird.
Thomas Matt
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