Die Rechnung ohne den Wirt gemacht

22.03.2018 • 19:22 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Michael Erath duldet in seinem Lokal zum Schutz der Gäste und seiner Mitarbeiter bald keine Zigaretten mehr.vn/steurer
Michael Erath duldet in seinem Lokal zum Schutz der Gäste und seiner Mitarbeiter bald keine Zigaretten mehr.vn/steurer

Das Aus für das Rauchverbot lässt Michael Erath kalt.

lauterach Es hat sich bald ausgeraucht, zumindest in Michi’s Café-Restaurant in Lauterach. Michael Erath pfeift auf den Beschluss des Nationalrats, der das generelle Rauchverbot nun endgültig gekippt hat, und macht sein Lokal ab Mai rauchfrei. Was die türkis-blaue Regierung nicht umzusetzen vermochte, zieht er aus voller Überzeugung durch. Ende April wird der Gastronomiebetrieb für ein paar Tage geschlossen, um die längst fälligen Malerarbeiten durchzuführen. „Dann starten wir frisch gefärbelt in die Nichtraucherära“, sagt der Wirt aufgeräumt und gibt sich zuversichtlich, dass es auch ohne Rauch eine gute Zeit für alle wird. Die Entscheidung fiel nicht über Nacht. Sukzessive hat sich Michael Erath dieser Maßnahme angenähert. Als er 1998 das Lokal eröffnete, durfte nach Herzenslust gepafft werden. Aber schon ein Jahr später begann das große Umdenken, auch beschleunigt durch negative Erfahrungen, die Erath im Verwandtenkreis mit der tödlich verlaufenden Lungenkrankheit COPD machte. Doch er ging es moderat an. Wenigstens während der Mittagszeit sollten die Gäste im Glashaus eine Stunde auf ihre Zigaretten verzichten. Die Idee kam ganz und gar nicht gut an. Michael Erath ließ trotzdem nicht locker. Zehn Jahre später funktionierte er den Wintergarten zum Nichtraucherbereich um. Doch auch das brachte ihm Ärger und eine Strafe der Bezirkshauptmannschaft ein. Jemand hatte ihn angezeigt, weil die baulichen Maßnahmen nicht dem Gesetz entsprachen. Er ging nicht in Berufung, er zahlte die Strafe, weil schon damals die Rede von einem generellen Rauchverbot umging. Entsprechend groß war die Enttäuschung, als er hörte, dass nun doch alles anders kommen soll.

Ausgequalmt

Die Bundesregierung wird die Rechnung ohne diesen Wirt machen. Michael Erath entschloss sich, den eigenen Weg zu gehen. Er sprach mit Gästen und Mitarbeitern über seinen Plan, alle ermutigten ihn, das Vorhaben durchzuziehen. Früher habe er wirtschaftlich denken müssen, flicht er wie zur Entschuldigung ein. Jetzt sieht er die Zeit und das Verständnis gekommen, den Rauch endgültig und ganz aus seinem Lokal zu verbannen. Als er 2017 über die Mittagszeit ein komplettes Rauchverbot einführte, nahm das Geschäft zu. Wie es sich insgesamt entwickelt, wird die Zukunft zeigen. Doch bei Erath regiert uneingeschränkte Zuversicht.