„Land muss Signal setzen“

Bessere Spielgruppenförderung könnte 1000 Betreuungsplätze langfristig sichern.
Feldkirch Wenig bis gar nicht zufrieden sind die Vertreter von Spielgruppen mit der Reaktion von Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker auf die finanziellen Nöte dieser Betreuungseinrichtungen (die VN berichteten). „Wenn das Land heuer ein Budget für die Kinderbetreuung von 23,5 Millionen Euro hat, nimmt sich die derzeitige Spielgruppenförderung von 304.000 Euro für alle Spielgruppen schon sehr bescheiden aus, und das betrifft über 1000 Kinder“, rechnet Markus Herburger (48), Obmann der Spielgruppe „Zottelbär“ in Feldkirch, die beiden Posten kritisch gegeneinander auf.
Hoffen auf Betreuungsgipfel
Es stimme auch nicht, dass sich die Förderung für die Spielgruppen in den vergangenen Jahren verbessert habe. Laut seinen Recherchen gab es von 2016 auf 2017 sogar einen Rückgang. Konkret sank der Zuschuss von 309.468 Euro auf 304.769 Euro. „Vermutlich, weil einige Spielgruppen aufhören mussten“, merkt Herburger verärgert an. Wären die neuen Förderrichtlinien, für die noch der Beschluss fehlt, heuer in Kraft getreten, würden die Kosten dafür gerade einmal 786.000 Euro für alle Spielgruppen ausmachen. Herburger: „Im Vergleich zur Gesamtförderung ist das sehr wenig, wenn man bedenkt, dass dadurch über 1000 Betreuungsplätze für die nächsten Jahre gesichert wären.“ Derzeit können Spielgruppen nur kurzfristig planen. Er ist durchaus, so wie Katharina Wiesflecker, der Meinung, dass die Gemeinden entsprechend mitzahlen sollen. „Zuerst muss aber das Land ein Signal setzen, dann sind die Kommunen in der Pflicht und werden ihren Beitrag leisten“, ist Markus Herburger überzeugt. Im anderen Fall werde für die Spielgruppen nie etwas erreicht werden können.
Bea Madlener-Tonetti (59), Obfrau des Landesverbands für selbstorganisierte Kinder- und Spielgruppen, schlägt in die gleiche Kerbe. „Schon zu lange wird der Ball zwischen Land und Gemeinden hin- und hergeschoben.“ Sie wünscht sich endlich eine zufriedenstellende Einigung. Große Hoffnungen diesbezüglich setzt sie in den von der SPÖ initiierten Kinderbetreuungsgipfel im Herbst. „Da sitzen alle an einem Tisch, da muss es eine Klärung geben.“
Bangen um Vielfalt
Die Begeisterung für den Vorschlag von Katharina Wiesflecker, dass Spielgruppen in das Kinderbetreuungsregime wechseln sollen, wo die Förderung attraktiver ist, hält sich ebenfalls in Grenzen. Dazu müssten Spielgruppen 25 Wochenstunden und auch im Sommer eine gewisse Zeit offenhalten. Wie berichtet, haben 22 von 52 Spielgruppen diesen Schritt gesetzt. „Diese Anforderungen können aber nicht alle Spielgruppen erfüllen“, entgegnet Markus Herburger.
Häufig sei auch im Sommer kein Bedarf gegeben. Im „Zottelbär“ etwa würden laut einer durchgeführten Bedarfserhebung nur etwa zehn der insgesamt 55 Kinder eine Sommerbetreuung benötigen. Im Übrigen sei es aufgrund der höheren räumlichen und personellen Anforderungen nicht so einfach, eine Kleinkindbetreuungseinrichtung zu werden. Abgesehen davon würde damit die Vielfalt in der Betreuungslandschaft verlorengehen.
„Im Vergleich nimmt sich die Förderung für alle Spielgruppen schon sehr bescheiden aus.“