Die Hoffnung lebt wieder

Assistenzärztin beginnt im Oktober onkologische Teilausbildung in Innsbruck.
Dornbirn Im Bemühen um den Erhalt des kinderonkologischen Schwerpunkts im Krankenhaus Dornbirn konnte offenbar ein nächster wichtiger Schritt gesetzt werden. Wie Gesundheitslandesrat Christian Bernhard auf VN-Nachfrage bestätigte, wurde dem Stadtspital eine zusätzliche pädiatrische Ausbildungsstelle genehmigt. Auch eine Ärztin ist bereits gefunden. Laut Bernhard wird sie am 1. Oktober 2018 mit einer Ausbildung an der Unikinderklinik in Innsbruck beginnen. Dabei handelt es sich um ein Modul, das sie befähigt, Notfälle bei krebskranken Kindern adäquat zu versorgen. Für die Verabreichung von Chemotherapien braucht es allerdings einen Kinderonkologen, und der fehlt bekanntlich noch. Was das Case Management betrifft, kommt hingegen Bewegung in die Sache. Die Ausschreibung ist für nächste Woche geplant, Pflegedirektor Stephan Palaver (32) hofft, die Stelle noch im Juni besetzen zu können. „Allen Beteiligten geht es um die Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen Versorgung krebskranker Kinder in Vorarlberg“, versicherte Palaver im VN-Gespräch.
Land übernimmt Kosten
Auch Christian Bernhard ist froh, in dieser fragilen Angelegenheit ein Stück weitergekommen zu sein. Am vergangenen Sonntag hat er erfahren, dass es mit einer im Stadtspital angestellten Assistenzärztin eine Interessentin für das modulare Ausbildungsmodell gibt. Die Kosten trägt das Land. Ebenso kümmert es sich um entsprechende Rahmenbedingungen vor Ort. Im Gegenzug muss sich die Medizinerin vertraglich zu einer Rückkehr nach Dornbirn verpflichten. Die Ausbildung dauert neun Monate, wobei es die Möglichkeit gibt, den Dienst in Dornbirn bereits nach sechs Monaten aufzunehmen. Bernhard: „Wir klären derzeit, ob die Chance auf Anrechnung der restlichen drei Monate besteht.“ Auch für die in Dornbirn bereits tätige Kinderonkologin, der jedoch immer noch die Anerkennung für das Additivfach fehlt, will er sich einsetzen.
Klargestellt haben möchte er zudem, dass der Strukturplan Gesundheit einen kinderonkologischen Schwerpunkt, wie er bis April bestanden hat, nach wie vor zulässt. Grund ist ein unter Eltern kursierendes Schreiben aus dem Gesundheitsministerium, laut dem seltene Krankheiten, zu denen auch kindliche Krebserkrankungen zählen, ausschließlich in Zentren zu behandeln sind. Christian Bernhard verweist auf das sogenannte Share-Care, was so viel wie geteilte Sorge heißt. „Ist die fachliche Expertise gegeben, kann ein solches Modell auch bei uns installiert werden“, betont Bernhard.
Bei Dienstposten flexibel
Stephan Palaver will diese Chance ebenfalls nicht aus den Augen lassen. Bis dahin bleiben Chemotherapien bei Kindern jedoch der Klinik in Innsbruck vorbehalten. „Durch das Bündeln der im Haus vorhandenen Ressourcen werden die jungen Patienten aber weiterhin von Onkologie-kundigen Ärzten sowie Onkologie-geschultem Pflegepersonal hochqualitativ betreut“, bekräftigt der Pflegedirektor. Das Team unterstütze die Familien in gewohnter Weise im psychosozialen Bereich sowie bei Anträgen und der Organisation von Terminen und Transporten.
Im Laufe dieser Woche formuliert eine multiprofessionelle Gruppe die Anforderungen an einen Case Manager, dann erfolgt die Ausschreibung. Für die Stelle wünscht sich Palaver jemanden aus dem Sozialbereich, der Organisationstalent und einen psychotherapeutischen Hintergrund hat, um bei Bedarf auf seelische Ausnahmesituationen bei Angehörigen reagieren zu können. Sollte sich dieser Idealfall unter den Bewerbern nicht finden, wäre eine Teilung des Dienstpostens ebenfalls kein Problem. „Da bin ich flexibel“, versichert Stephan Palaver. Daneben würden die Ausschreibungen für einen Kinderonkologen intensiv weiterlaufen.
„Allen Beteiligten geht es um die Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen Versorgung.“
