Wiener Wind für Landes-SPÖ

Vorarlberg / 11.06.2018 • 17:21 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Martin Staudinger wird 2019 als SPÖ-Spitzenkandidat antreten. VN/Hartinger
Martin Staudinger wird 2019 als SPÖ-Spitzenkandidat antreten. VN/Hartinger

Der Harder Martin Staudinger soll die Sozialdemokraten in die Zukunft führen.

Bregenz Einmal Sozialdemokrat, immer Sozialdemokrat. Oder wie es Gabriele Sprickler-Falschlunger ausdrückt: „Was die Kompetenz und die rote Färbung betrifft, kommt man an ihm gar nicht vorbei.“ Martin Staudinger, 38 Jahre alt, ist seit Sonntagabend designierter Vorarlberger SPÖ-Chef und Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2019. Der erweiterte Landesparteivorstand nominierte ihn jeweils mit 100 Prozent der Stimmen. Er wird zwar erst im Herbst auf der Landesversammlung offiziell gewählt, die 61-jährige scheidende Parteichefin gibt aber schon jetzt bekannt: „Für Anfragen aller Art bitte ab sofort ihn kontaktieren.“ Dass Staudinger den Parteivorsitz übernimmt, ist keine Überraschung, die VN haben bereits mehrfach darüber berichtet. Im Rennen um den Chefposten stach er auch Mario Leiter aus, der alle Kraft auf den Bludenzer Bürgermeistersitz richten möchte.

20 Jahre bei der SPÖ

Staudingers politischer Weg ist mit dunkelroter Farbe gezeichnet. Mit 19 Jahren verließ er Vorarlberg, um in Wien zu studieren, prompt landete der bei den sozialistischen Studenten (VSSTÖ). 2006 wurde er Bezirksmandatar, als Bezirksgeschäftsführer der SPÖ „Innere Stadt“ verantwortete er den Wahlkampf für die Nationalratswahl 2008, bevor er ins Kabinett des damaligen Sozialministers Rudolf Hundstorfer wechselte. Bis 2016 blieb er im Ministerium, arbeitete maßgeblich an Pflegeagenden wie dem Pflegefonds mit, auch die erste einheitliche Mindestsicherung stammt zum Teil aus seiner Feder. Im Herbst 2016 kehrte Staudinger als Chef des Sozialministeriums­service nach Vorarlberg zurück.

Zwei Jahre später zieht es ihn in die Landespolitik. Seine Vorgesetzte, Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (58) von der FPÖ, wisse über seine politischen Pläne bereits Bescheid. Der neue SPÖ-Chef betont: „Ein starker Grundwert der Sozialdemokratie ist Freiheit. Aber Freiheit haben nur Menschen, die sozial abgesichert sind, die einen Job haben und sich entfalten können. Um diese Voraussetzungen zu schaffen, ist oft ein starker Staat notwendig.“ Der Staat solle funktionieren und gute Leistungen bringen, dies aber effizient tun.

Neben Staudinger nominierten die Sozialdemokraten am Sonntag weitere Kandidaten auf der Liste. Platz zwei und drei gehören den aktuellen Landtagsabgeordneten Manuela Auer (52) und Michael Ritsch (49). Anschließend finden sich neue Gesichter: Elke Zimmermann (44), Thomas Hopfner (52) und Jeannette Greiter (29). Staudingers Ziel lautet, die Themen auf viele Köpfe zu verteilen.