Verurteilt: Arbeitsloser bezahlte Liebesdienste mit Falschgeld

Vorarlberg / 19.02.2019 • 18:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte wurde wegen schweren Betruges und Geldfälschung verurteilt.
Der Angeklagte wurde wegen schweren Betruges und Geldfälschung verurteilt.

Prostituierte bezahlte mit „Blüten“ an Supermarktkasse und der Schwindel flog auf.

Christiane Eckert

Feldkirch Falschgeld braucht man für vielerlei Zwecke, auch für legale. So zum Beispiel, wenn für Werbeaktionen Geldscheine vom Himmel fallen sollen oder Schaufenster dekoriert werden. So gibt es auch Internetanbieter, die – wie im gegenständlichen Fall – um drei Euro 50 Stück Hunderterscheine anbieten. Dass dabei kleine chinesische Schriftzeichen am Rand des sogenannten Werbegeldes abgedruckt sind, fällt beim ersten Blick nicht auf. Dieses „Fantasiegeld“ wurde von der österreichischen Nationalbank begutachtet und diese stellte fest, dass es prinzipiell zur Täuschung geeignet ist. Dass dem so ist, sollte sich bestätigen.

Liebesdienste ergaunert

Ein 19-jähriger Arbeitsloser kaufte sich im Internet umgerechnet 5000 Euro Falschgeld. Er wollte sein legales Einkommen von 350 Euro pro Monat aufstocken und seinen neuen Reichtum auch etwas genießen und. Er bestellte sich eine Prostituierte in seine Bregenzer Wohnung, die verlangte für ihre Dienstleistung 100 Euro. Der Mann übergab ihr im Dämmerlicht einen zusammengefalteten Schein. Eine Zeit später ging die Deutsche, die in der Schweiz im Kanton St. Gallen wohnt, in einem Vorarlberger Supermarkt einkaufen, als sie an der Kasse mit der Realität konfrontiert wurde. „Der ist aber nicht echt“, schöpfte die Kassiererin sofort Verdacht. Der Weg der Blüte war rasch rekonstruiert, doch die Dame war nicht verlegen, was den Hintergrund des Geschäftes betraf.

Liebe statt Elektrowaren

Die Liebesdienerin behauptete, sie habe dem jungen Mann Elektroartikel verkauft. Doch als man diesen befragte, machte der kein Hehl daraus, dass die Dame ihr Einkommen auf andere Art und Weise verdiente. Nun hat die Frau zusätzlich zu dem Falschgeldärger ein Verfahren wegen Prostitution am Hals. „Die Geldfälschung ist klar, aber auch der schwere Betrug steht für die Staatsanwaltschaft fest. In ihrer Unachtsamkeit nahm die Geschäftspartnerin den Schein mit schuldbefreiender Wirkung entgegen, das ist Betrug“, formuliert es Staatsanwalt Manfred Bolter diskret.  Der Schöffensenat kommt rasch zu einem Urteil. „Über Schuld und Unschuld brauchen wir nicht lange zu diskutieren“, hält sich der Vorsitzende Richard Gschwenter knapp. Die Strafe: sieben Monate bedingte Haft und 1000 Euro unbedingte Geldstrafe. Der Angeklagte nimmt es nach Besprechung mit Verteidiger Andreas German an, es ist rechtskräftig. E