Thomas Matt

Kommentar

Thomas Matt

Die Gier ist ein Hund

Vorarlberg / 26.03.2019 • 18:59 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Wie schön so ein Tag doch beginnt, wenn das erste E-Mail gleich den satten Gewinn von 56 Millionen Euro in Aussicht stellt. 56 Millionen, einfach so. Man muss nur noch ein paar Formalitäten erledigen, und schon darf man wie Dagobert Duck in einem Geldspeicher baden. Oder 30 Lamborghinis kaufen oder was man halt so tut, wenn einem der Reichtum die Schädeldecke lüpft.

Aber zuerst seine Kontonummer angeben natürlich. Sonst können die das Geld ja nicht überweisen. Eh klar. Dass die das tun, ist zwar insofern verwunderlich, weil man sich beim besten Willen nicht entsinnen kann, jemals gewettet oder getippt oder gespielt zu haben. Eigentlich ist der Absender überhaupt völlig unbekannt. In etwa so verwirrend wie der afrikanische Student, der unlängst um Geld für seine kranke Mutter warb oder der Autodealer, der Neuwagen für eine Handvoll Euros anpreist.

Aber was ist das bisschen Logik schon gegen die große Verlockung, gegen das winzige „Es könnte doch sein …“? Warum nicht einmal Glück haben? Einmal auf der Sonnenseite stehen. So viele sehnen sich danach und stellen das Denken ein. Dann klicken sie.