Richard Lugner im Interview: „Frauen sind für mich tolle Wesen“

Vorarlberg / 06.04.2019 • 14:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Nach seiner verspäteten Anreise dinierte Richard Lugner im Roten Haus. VN/Stiplovsek

Der berühmteste Baumeister Österreichs präsentiert am Samstag und Sonntag auf der Schau! seine Biografie „Die Lugner Story“.

Geraldine Reiner

Wien, Dornbirn Der berühmteste Baumeister Österreichs stellt auf der Dornbirner Frühjahrsmesse Schau! gemeinsam mit Autorin Andrea Buday seine Biografie „Die Lugner Story“ vor. Die VN erreichten Richard Lugner vor seinem Abflug am Telefon.

Ein ganzes Kapitel in „Die Lugner Story“ ist den Frauen in Ihrem Leben gewidmet. Wie ist es aktuell um Ihr Liebesleben bestellt?

Es ist ein wichtiger Teil meines Lebens. Meine aktuelle Freundin (Anm. Rehlein) kommt auch nach Vorarlberg.

Glauben Sie nach fünf gescheiterten Ehen überhaupt noch an die große Liebe?

Wenn es sich ergibt, warum nicht. Momentan schaut es ganz gut aus. Sie ist halt sehr jung, aber es schaut gut aus. Die erste Frau war sicher meine Jugendliebe, aber es ist halt dann schiefgegangen und wir haben es beendet.

Was schätzen Sie eigentlich an Frauen?

Frauen sind für mich tolle Wesen. Ohne Frauen würde im Leben das Salz in der Suppe fehlen.

Gibt es ein Kapitel in ihrem Leben, das Sie lieber übersprungen hätten?

Ich meine, so arg ist es eigentlich nicht gewesen. Ich war zweimal 17 Jahre lang verheiratet, mit Frauen, mit denen ich Kinder habe. Eine Frau ist nach einer Operation gestorben, die zweite hat mir der Generalsekretär der OPEC ausgespannt und mit der Cathy ist es halt schiefgelaufen. Aber sonst ist es eigentlich in Ordnung gewesen.

Und abgesehen von den Frauen . . .

Meine Mutter hat die richtige Entscheidung getroffen. Sie hat mich eigentlich gegen meinen Willen an der HTL für Hochbau angemeldet, Bundesgewerbeschule hat es damals geheißen, und ich war dann eigentlich ein erfolgreicher Baumeister. Der zwanziggrößte in Österreich. Meine Söhne wollten das nicht übernehmen, deswegen habe ich die Baufirma zugesperrt und mich auf das Einkaufszentrum spezialisiert.

Finden Ihre Kinder denn gut, was ihr Vater macht?

Naja, meine Kinder . . . Ich habe zwei Söhne, zwei Töchter. Der eine ist bei mir in der Firma beschäftigt, der eine ist ein selbstständiger kleiner Baumeister, meine Tochter in Amerika ist erfolgreiche Anwältin und die Jacqueline ist die Chefin vom Kino in der Lugner City. Es ist nicht alles perfekt, aber ich muss schauen, dass ich es so hinüberbringe, dass es meine Kinder weiterführen.

Inwieweit unterscheidet sich der öffentliche vom privaten Richard Lugner?

Mein Privatleben ist ziemlich öffentlich, aber es gibt natürlich Bereiche, wo ich niemanden hineinschauen lasse und über die ich nicht rede.

Zum Beispiel?

Über Sex und diese Dinge. Da bin ich der Meinung, das ist eine Geschichte im Schlafzimmer und hat in der Zeitung nichts verloren.

Sie sind 86 Jahre alt und offenbar noch immer voller Tatendrang. War der Ruhestand nie ein Thema für Sie?

Ich glaube, ich werde auch nicht aufhören, wenn ich nicht irgendwie krank werde und nicht mehr arbeiten kann. Ich glaube, wenn man zuerst stark im Geschäft und dann plötzlich draußen ist, dann bekommt man einen Pensionsschock. Als ich bei der Baufirma war, hatte ich mit vielen tollen Chefs von Firmen zu tun. Die sind in Pension gegangen, haben sich gefreut und sind dann oft nach einem halben oder nach einem Jahr gestorben, weil der Körper sich nicht so rasch von voller Power auf Pension umstellen konnte. Außerdem macht mir die Arbeit Spaß.

Haben Sie noch Träume?

Nein. Ich glaube, ich habe alles erreicht in meinem Leben, was man erreichen soll. Ich muss schauen, dass ich eine Frau habe, die mich bis zu meinem Lebensende begleitet.

Was haben Sie neben den Messeauftritten in Vorarlberg geplant?

Ich habe in Vorarlberg ein paar Bekannte und die treffen wir. Meine Ex-Freundin, die Katzi, wohnt mit ihrem Mann (Anm. Uli Wüllenweber) in Lustenau. Wir nennen ihn Kater. Die beiden haben auch bei den letzten Folgen von „Die Lugners“ mitgespielt.

Richard Lugner und Autorin Andrea Buday stellen „Die Lugner Story“ auf der Frühjahrsmesse vor (AK BuchSCHAU!, Halle 11): Sa, 6. April, 12 Uhr und So, 7. April, 13 Uhr