Täter informierten sich vor dem Raub über die Strafe

Vorarlberg / 01.08.2019 • 10:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Überwachungskamera der Trafik hielt die beiden Täter vor ihrem Coup fest.
Die Überwachungskamera der Trafik hielt die beiden Täter vor ihrem Coup fest.

Nach ihrem Überfall auf eine Trafik in Hörbranz wird heute gegen zwei Angeklagte prozessiert.

Christiane Eckert

Feldkirch Am 29. Mai wurde in Hörbranz mitten im Ort am helllichten Tag eine Tabaktrafik überfallen. Die Verdächtigen, zwei junge Burschen im Alter von 18 und 20 Jahren, waren mit einem weißen Motocrossmoped vorgefahren, einer stand offenbar Schmiere, der andere ging in den Laden, klopfte mit der Schreckschusspistole auf den Tresen und forderte von der Angestellten Geld. Die gab rund 4600 Euro heraus. Heute findet am Landesgericht Feldkirch der Prozess um diesen schweren Raub statt.

Freudige Überraschung

Der Betrag sorgte bei den Burschen offenbar für eine freudige Überraschung, sie hatten angeblich mit rund 2000 Euro Beute gerechnet. Doch aus der Freude wurde bald ein mulmiges Gefühl und Angst. Es wurden mehrere Polizeieinheiten auf die Suche geschickt, die Beamten suchten auf Feldwegen und Straßen, ein Hubschrauber kreiste und aufgrund einer Videoüberwachung waren die beiden Männer wenig später hinter Gittern. Die ersten Befragungen ergaben: zwei Arbeitslose, die sich vom Herumlungern auf dem Fußballplatz her kannten und die, auch aus Langeweile, auf die Idee mit dem Überfall kamen. Einer der beiden soll sich vorher noch informiert haben, was im Falle eines Falles passieren würde. Er suchte mittels Handy vier Stunden vor dem Überfall nach Informationen zum Thema „Haftstrafe auf bewaffneten Raubüberfall“.

Trauma für Opfer

Der Überfall selbst dauerte laut Aufzeichnung nur eine Minute und 18 Sekunden. „Trotz kurzer Dauer sind die Folgen für die Opfer schwerwiegend. Solche traumatischen Erlebnisse können oft nur schwer verarbeitet werden“, erklärt Anita Einsle, die im Rahmen des Weißen Rings immer wieder Verbrechensopfern zur Seite steht. Eine Angestellte hatte direkten Kontakt zu dem Täter, dieser fuchtelte mit einer Schreckschusspistole vor ihr herum. Sie war danach arbeitsunfähig. Der Schock saß tief. Zum Glück war wegen Beschädigungen und anderer Vorfälle beim Zigarettenautomaten vor einiger Zeit eine Videokamera angebracht worden, weshalb die Täter rasch gefasst wurden. Den beiden Männern, die angeblich geständig sind, droht eine mehrjährige Haftstrafe. Der Prozess ist für zwei Stunden anberaumt. Die Angeklagten sitzen seit Ende Mai in der Justizanstalt Feldkirch in U-Haft.