Hannes Bösch hat eine preisverdächtige Maturaarbeit geschrieben

Vorarlberg / 13.09.2019 • 08:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Hannes Bösch beschäftigte sich in seiner Arbeit mit dem „Einsatz sozialer Medien in der Politik“.

Der Lustenauer wurde mit einer Auszeichnung der Uni Innsbruck geadelt.

Geraldine Reiner

Lustenau Den aktuellen Wahlkampf sieht Hannes Bösch mit etwas anderen Augen. „Vor allem Fake-News interessieren mich. Ich habe auf Instagram auch Seiten von bekannten Politiker abonniert und schaue, was die so posten und inwiefern sie versuchen zu manipulieren“, erläutert der 18-Jährige.

Hannes Bösch bezeichnet sich selbst als „normalpolitischen“ Menschen. „Ich lese schon gerne über Politik, aber es ist jetzt nicht so, dass ich mich irgendwo engagiere. Ich verfolge zum Beispiel, welche neuen Gesetze kommen“, präzisiert er. Sein Interesse geweckt hat vor einiger Zeit auch ein Zeitungsartikel, in dem die Journalistin und Publizistin Ingrid Brodnig zu Wort kam. Die 35-Jährige hat bereits mehrere Bücher veröffentlich, darunter „Hass im Netz“ oder „Lügen im Netz“. „Ich war dann auch auf einem Vortrag von ihr. Dadurch bin ich auf das Thema gekommen und habe mir überlegt was man in diese Richtung machen könnte.“ Der junge Lustenauer fing an, sich in das Thema einzulesen. Am Ende entschied er sich dazu, seine Maturaarbeit über den „Einsatz sozialer Medien in der Politik“ zu schreiben. „Politik war mein Lieblingsfach, auch wegen dem Lehrer. Herr Bassa hat den Unterricht einfach interessant gestaltet. Wir haben von allem ein bisschen angeschnitten von Kolumbien über Cannabis bis hin zur Bildungspolitik in Österreich“, streut der BG-Lustenau-Absolvent seinem Professor Rosen. 

36 Seiten

Auf den 36 Seiten seiner Abschlussarbeit zeigt Hannes Bösch auf, wie der Übergang von traditionellen zu neuen Medien die Gesellschaft kennzeichnet und letztere gerade für junge Menschen eine große Rolle spielen. „Besonders interessant fand ich die Fallbeispiele. Ich habe mir unterschiedliche Wahlkämpfe angeschaut, von der Nationalratswahl in Österreich bis hin zu jenem von Barack Obama. Erstaunt hat mich auch, dass der Brexit auf Platz sechs der Twitter-Jahrescharts gelandet ist“, berichtet der 18-Jährige. Vor drei Wochen erreichte ihn schließlich ein Mail der Universität Innsbruck. Er habe es unter die ersten drei geschafft. Erst vor Ort erfuhr er: Seine Arbeit wurde mit dem Fachpreis im Bereich Politikwissenschaft/Soziologie ausgezeichnet. „Ich habe eine Urkunde und 600 Euro Preisgeld bekommen“, freut sich der junge Lustenauer, der seit September seinen Zivildienst bei der Caritas absolviert. Was er danach machen möchte? „Mit dem Gymnasiumabschluss gehe ich sehr wahrscheinlich studieren, aber was genau, weiß ich noch nicht. Ich nutze jetzt die Zivildienstzeit, um mir Gedanken darüber zu machen.“

Zur Person

Hannes Bösch

wurde von der Uni Innsbruck ausgezeichnet.

Geboren 4. November 2000

Wohnort Lustenau

Ausbildung VS Lustenau-Rheindorf, BG Lustenau, seit September Zivi bei der Caritas in Dornbirn

Familie eine Schwester (16), ein Bruder (12)

Hobbys Boxen