Zwei Varianten für Umfahrung Lorüns

Vorarlberg / 13.09.2019 • 05:28 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Projekt Ortsumfahrung Lorüns befindet sich wohl noch etwas länger in der strategischen Umweltprüfung.VN/HP

Das Ortsumfahrungsprojekt befindet sich nach knapp 50 Jahren weiter in der Warteschleife. Die strategische Umweltprüfung zieht sich in die Länge.

Lorüns Das Vorhaben der Ortsumfahrung Lorüns gleicht einer unendlichen Geschichte. Nun ist sie um ein weiteres Kapitel reicher.

Schon seit mehreren Jahrzehnten wurden und werden in diesem Zusammenhang unterschiedliche Projektvarianten ausgearbeitet bzw. diskutiert. Ein erster Entwurf stammt aus dem Jahr 1974. Damals wurde ein genereller Entwurf für die Neutrassierung der Montafonerstraße seitens des Landes erstellt. Dieser landete aber wie sämtliche Nachfolgeentwürfe in der Schublade.

Aufgrund der Änderungen im Straßengesetz wurde im Jahr 2014 die Durchführung einer strategischen Umweltprüfung, kurz SUP, festgelegt. Im Rahmen des SUP-Verfahrens werden die Umweltaspekte bei strategischen Planungen und beim Entwurf von Programmen untersucht. Im konkreten Fall der Ortsumfahrung Lorüns bildete die verkehrsträgerübergreifende Alternativenprüfung, welche seit Ende 2016 vorliegt, Grundlage für den Start der SUP. Die Empfehlung lautete, eine Straßenlösung weiter zu verfolgen, da mit dem alleinigen Ausbau der Montafonerbahn die Verkehrsprobleme nicht gelöst werden können.

Zwei Alternativen

So weit, so gut. Im nun vorliegenden Erläuterungsbericht zur SUP stehen zwei Straßenkorridore zur Disposition (siehe Grafik). Einerseits die sogenannte Amtsvariante, die auf der rechten Talseite nördlich um Lorüns führt und die einen knapp einen Kilometer langen Tunnel sowie eine rund 180 Meter lange Brücke über die Bahnanlage im Westen beinhalten würde. Als Alternative wird eine aktualisierte Variante der ursprünglich bereits 1981 erstellten Trasse Alte Böden angeführt. Deren bis zu 200 Meter breiter Straßenkorridor führt südlich um die Montafoner Kleingemeinde und beinhaltet neben einer rund 80 Meter langen Brücke über die Ill auch einen rund 970 Meter langen Tunnel.

Noch keine Klarheit

In Lorüns haben die beiden Alternativen offenbar für reichlich Gesprächsstoff gesorgt. Nur so ist es zu erklären, dass die Gemeinde bis dato noch keine Stellungnahme abgegeben hat. „Es gibt in der Gemeinde keine klare Meinung zu den zwei Korridoren“, so Bürgermeister Lothar Ladner auf VN-Anfrage kryptisch. „Erst wenn es eine solche gibt, wollen wir eine Stellungnahme abgeben“, verweist der Lorünser Gemeindechef darauf, dass die Meinung breit abgesichert sein soll.

Im Rahmen des zweiten Workshops des regionalen Räumlichen Entwicklungskonzepts Montafon steht am 26. September auch das Thema Mobilität auf der Agenda. Dort will Ladner die Ortsumfahrung Lorüns zur Sprache bringen, um in der Folge eine Stellungnahme vorbereiten zu können. „Ich hoffe, dass sich im Herbst eine Entscheidung herauskristallisiert“, gibt sich der Gemeindechef ungeachtet der langen Historie des Projekts weiter optimistisch.

Bis zur Umsetzung der Ortsumfahrung ist es aber ohnehin noch ein langer Weg. Bei vergleichbaren Vorhaben beansprucht der Planungs- und Genehmigungsprozess drei bis fünf Jahre. Ähnlich lange dauert laut den Experten des Landes die bauliche Umsetzung des Projekts. Zunächst muss (auch gemeindeintern) aber die Variantenfrage endgültig geklärt werden, damit dem aktuellen Projekt nicht ähnliches widerfährt wie dem ersten im Jahr 1974. Der damalige Entwurf ist nämlich seitens der Gemeinde abgelehnt worden.