Keine Kilbi ohne Pub Mäki

Vorarlberg / 12.10.2019 • 11:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Markus Hagen alias Pub Mäki ist auch auf der Lustenauer Kilbi zu einer Institution geworden.
Markus Hagen alias Pub Mäki ist auch auf der Lustenauer Kilbi zu einer Institution geworden.

Seit 34 Jahren hat die Lustenauer Gastronomen-Legende Markus Hagen auf dem Volksfest seinen Stand.

Lustenau Die Lustenauer Kilbi schreibt ihre speziellen Geschichten, und sie hat ihre speziellen Menschen. Zu diesen speziellen Menschen gehört Markus Hagen, dessen bürgerlicher Name erst durch die Bezeichnung „Pub Mäki“ die Veredelung erfährt.

Alle kennen sie ihn, den Wirt des legendären Harlekin Pubs in der Roseggerstraße. Das Pub ist in Lustenau schon längst ein Klassiker der Ausgehkultur. „Unser Lokal gibt es jetzt 35 Jahre. Und ich bin seit dem Anfang dabei“, sagt der Kultwirt.

Der Treffpunkt

Es versteht sich von selbst, dass das Harlekin Pub auf der Kilbi zu den gesetzten gastronomischen Treffpunkten gehört. „Ich freu‘ mich auch jedes Jahr auf das Arbeiten bei der Kilbi“, sagt Hagen mit Überzeugung. Wie kann sich jemand nur auf das Volksfest freuen, der dort die ganze Zeit nur schuftet? Bei Pub Mäki klingt das logisch: „Weil ich auf der Kilbi als Gastronom vor allem auch ältere Menschen treffe, die gewöhnlich nicht mehr ins Pub kommen. Dort treffen sich eher nur Jüngere.“ 

Der Kilbi-Betrieb beginnt für Mäki und sein Team gegen 10 Uhr Vormittags. „Es ist der Zeitpunkt, wenn die ersten von der Kirche zu uns kommen. Wir haben unseren Stand ja fast direkt vor dem Gotteshaus.“ Zuvor kann Hagen seine einzige arbeitsfreie Zeit auf dem Volksfest mit dem alljährlichen Highlight genießen. „Wenn die Falschirmspringer jedes Jahr aus luftiger Höh‘ den Zapfhahn bringen, dann finde ich dieses Schauspiel immer wieder faszinierend.“

Dann denkt Mäki gelegentlich auch an jene Zeit zurück, als er die Kilbi noch nicht mit Arbeiten und Ausschenken verband. „Als Kind konnte ich die Kilbi noch richtig genießen. Ich freute mich stets auf die Pistole mit den Käpsele, die man mir kaufte“, erinnert sich der Szenegastronom.

Als dann das Pub im Jahre 1984 seine Pforten öffnete, war ein Stand auf der Kilbi noch nicht vorgesehen. Erst im zweiten Jahr war man dabei. Die Kilbi hat natürlich auch Markus Hagen ihren ganz persönlichen Stempel aufgedrückt. Er hat dort viele Gäste betreut, und vor allem sehr verschiedene.

Nie vergisst der Lustenauer auch jenes Volksfest vor 15 Jahren, als es stürmte und schüttete. „Das war eine einmalige Erfahrung. Wir mussten damals um 15 Uhr alles abbrechen. Diese Kilbi fand aufgrund der unwirtlichen Bedingungen praktisch gar nicht statt.

Ein langer Tag

Das größte Vorarlberger Volksfest beginnt für Markus Hagen bereits am Vortag. „Ich richte den Stand bereits am Samstag her. Am Sonntag bin ich dann um 8 Uhr in der Früh dort, um die letzten Vorbereitungen zu treffen, bevor die ersten Gäste kommen“, beschreibt Hagen seinen Fahrplan. Den ganzen Tag bleibt er nicht auf der Kilbi. „Am frühen Nachmittag fahre ich nach Hause, ruhe mich ein bisschen aus und fahre anschließend ins Pub, das an diesem Tag ja auch offen hat.“ Dann geht es für Pub Mäki bis ungefähr vier Uhr in der Früh weiter. Das Lokal ist am Kilbi-Tag zu späterer Stunde zumeist gerammelt voll.

Goali-Legende

Stress lässt Mäki bei sich dennoch nicht aufkommen. Auch im größten Wirbel bewahrt der aus einer bekannten Lustenauer Familie stammende 54-Jährige stets die Ruhe. Und wenn in seinem Lokal mal ein paar Hitzköpfe aneinandergeraten, greift er schlichtend ein. „Ich habe selten ein Problem mit Randalierern. Ich habe auch noch nie jemandem ein Lokalverbot aufgebrummt“, sagt Hagen stolz.

Dass Pub Mäki in Lustenau eine Legende ist, hat er auch seinem „Zweitjob“ zu verdanken. Hagen ist Torhüter bei Austria Lustenau und mit seinen 54 Lebensjahren immer noch Ersatzkeeper bei den Amateuren. Vor sechs Jahren musste er sogar in der Ersten aushelfen.