Polizeiauto mit dem Kopf gerammt

Vorarlberg / 15.11.2019 • 19:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nach einer verhängten Zusatzstrafe wurde der 20-Jährige bei einer zweiten Verhandlung zu insgesamt zwölf Monaten Haft verurteilt. ECKERT

Ein Jahr Haft für Rabauken nach Schlägerei mit Exekutivbeamten.

Christiane Eckert

Feldkirch „Ich habe keine Erinnerung mehr, ich weiß nur noch, dass ich in einer Zelle aufgewacht bin“, sagt der angeklagte 20-jährige Arbeitslose bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch. Das erstaunt, denn die Alkoholmessung ergab 1,64 Promille. „Zwar nicht wenig, aber dass einem jede Erinnerung fehlt ist außergewöhnlich“, hält die Staatsanwältin diese Angabe für eine Schutzbehauptung. Zudem gibt es zahlreiche Zeugen, die bestätigen, dass sich der junge Mann wild aufgeführt hatte, um sich gegen seine Festnahme zu wehren. Dabei verletzte er zwei Polizeibeamte leicht. Da Polizisten gesetzlich speziell geschützt sind, gilt dies jedoch als schwere Körperverletzung.

Bereits im Oktober war ein Teil der vorgeworfenen Fakten abgeurteilt worden. Auslöser für das ganze Fiasko vor der Remise in Bludenz im August waren Eifersüchteleien und der Umstand, dass der junge Mann seine Ex-Freundin mit einem anderen Mann traf. Die junge Frau hatte ihren Ex angeblich im Internet-Chat provoziert, dann kam noch der Alkohol dazu, was das Fass zum Überlaufen brachte. Der Betrunkene verletzte einen jungen Mann und beschädigte das Polizeiauto, indem er absichtlich mit dem Kopf gegen das Fahrzeug stieß. Es kostete knapp 2000 Euro, die Delle im Dienstfahrzeug auszubeulen. Für Körperverletzung und Sachbeschädigung wurde der Angeklagte bereits im Oktober zu fünf Monaten Haft verurteilt.

Zusatzstrafe

Nun wurde der zweite Teil der Vorwürfe verhandelt. Dabei ging es um den anschließend geleisteten Widerstand gegen die Polizei und die Verletzung der beiden Beamten. Auch wenn die Zeugen alle beschreiben, dass sich der Mann hauptsächlich passiv gewehrt habe, denn einer der Beamten packte den Täter an der Schulter. Den beiden verletzten Polizisten werden je 100 Euro zugesprochen. Ihre Verletzungen sind durch Fotos dokumentiert. Als Zusatzstrafe gibt es sieben Monate, womit sich die Gesamtstrafe auf zwölf Monate beläuft. Der Strafrahmen beträgt drei Jahre. Mildernd war unter anderem das Alter. Erschwerend waren vor allem die sieben Vorstrafen.

Verteidigerin kämpft

Verteidigerin Andrea Concin kündigt sofort nach dem Urteil an, die Entscheidung zu bekämpfen. Was die Verletzungen der Beamten betrifft, so Concin,, gebe es keinerlei Beweise, dass diese durch ihren Mandanten verursacht worden seien. Für die Berufungsverhandlung bekommt der junge Mann Verfahrenshilfe, Concin wird den Fall weiter vertreten. Das Urteil ist somit nicht rechtskräftig.