Rudi Lerch: „Es war eine spannende Zeit“

Vorarlberg / 01.12.2019 • 10:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
„Eines meiner großen Reiseziele wäre Australien oder Südamerika.“ VN/PAULITSCH

Noch immer Gemeindevertreter und Obmann des Seniorenbundes und des ÖAAB.

Ernest Enzelsberger

ST. ANTON IM MONTAFON „Mein Lebensmotto lautet: sich einbringen. Denn nur so kann man die Dinge, die man anders haben will, auch tatsächlich verändern.“ Das sagt im Gespräch mit den VN Rudolf („Rudi“) Lerch (73), der diesen Grundsatz Zeit seines Lebens beherzigt hat. Im Rückblick gilt für ihn: „Es ist nicht alles besser geworden, nur anders.“ So war er beispielsweise 40 Jahre Personalvertreter bei seinem einzigen Arbeitgeber, der Montafonerbahn AG, wo er u. a. als Fahrdienstleiter und Vorstand in Schruns tätig war. Dazu kamen Funktionen als Bürgermeister (ÖVP) von St. Anton im Montafon und Standesrepräsentant Stand Montafon und Forstfonds als Nachfolger von Dr. Erwin Bahl. Der Stand Montafon ist der Gemeindeverband der zehn Montafoner Gemeinden. Bei der Montafonerbahn war er nach dem Abschluss der Handelsschule von 1964 bis 2008 tätig, als Bürgermeister ging er 2015 in Pension. Seit 1985 bis heute gehört Lerch noch der Gemeindevertretung von St. Anton im Montafon an, von 1989 bis heute ist er auch Bezirksobmann des AAB Vorarlberg und seit 2011 Bezirksobmann des Seniorenbunds Montafon sowie Ortsobmann des Seniorenbunds Vandans/St. Anton/Lorüns.

Fußball und Reisen

Als solcher gehört er auch dem Präsidium und dem Vorstand des Seniorenbundes auf Landesebene an. Für den Seniorenbund organisiert Lerch Reisen, wie beispielsweise eine Vereinsfahrt mit der Rätischen Bahn von Chur nach Tirano oder Ausflüge wie jüngst nach Bildstein sowie Jasserrunden, Turn- und Gesangsveranstaltungen.

Zu seinen eigenen Hobbys gehören Sport im Allgemeinen, aber besonders Fußball, und Reisen – „am liebsten in die ganze weite Welt“. Seine Wunschziele sind aktuell Australien, Neuseeland und Südamerika. Wohin die nächste Reise führt, ist noch nicht entschieden. Lerch schwankt zwischen Sri Lanka, das er nach 30 Jahren noch einmal besuchen möchte und einer Fahrt mit einem der berühmten Reisezüge wie der Transsibirischen Bahn, dem Blue Train in Südafrika oder quer durch Kanada.
Und natürlich interessiert sich Lerch nach wie vor für die Gemeinde-, Landes- und Bundespolitik. Denn: „Wenn man so lange im Geschäft war, kann man nicht einfach einen Schalter umlegen und sagen, es ist aus.“ Von 2001 bis 2015 war Lerch auch Obmann der Regionalentwicklung Vorarlberg. „Das Amt des Bürgermeisters war für mich ein reines Zufallsprodukt. Ich habe es 1997 nur aus Solidarität gegenüber Siegmund Stemer angenommen, der in die Vorarlberger Landesregierung gewechselt ist. Bald fand ich aber Gefallen an meiner neuen Funktion. Bis 1998 war ich provisorischer Bürgermeister und anschließend bis 2015 Bürgermeister. Das war alles in allem eine sehr spannende Zeit“, blickt Lerch zurück. Meilensteine in dieser Zeit waren beispielsweise der zweimalige Um- und Erweiterungsbau des Gemeindeamtes, die Sanierung und Erweiterung der Trinkwasserleitung mit dem Trinkwasserkraftwerk, das Ärztehaus und der Sportplatz.

In der diskutierten Verlängerung der Montafonerbahn sieht Lerch vorrangig ein Angebot an die Pendler, von der Straße auf die Schiene umzusteigen. Dazu müsse aber die Bahn von Gaschurn-St. Gallenkirch bis Bregenz durchgängig mit maximal einmaligem Umsteigen benützbar sein, sonst würde sie nicht angenommen.

zur person

Name Rudolf „Rudi“ Lerch

Geboren 1. November 1946

Ausbildung Volks-, Haupt- und Handelsschule

Beruflicher Werdegang von 1964 bis 2008 bei der Montafonerbahn AG im Bahnbetrieb beschäftigt

Politische Funktionen 1997 bis 2015 Bürgermeister von St. Anton im Montafon, 2010 bis 2015 Standesrepräsentant Stand Montafon und Forstfonds

Familie Partnerschaft, zwei Kinder, drei Enkelkinder und zwei Urenkel