Zwölf Jahre Haft für Missbrauch von Stieftochter

Vorarlberg / 02.12.2019 • 15:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte kam als freier Mann zur Verhandlung, nach der Urteilsverkündung wurde er noch an Ort und Stelle in Haft genommen.

Der Leidensweg für ein achtjähriges Mädchen begann bereits 1987.

Feldkirch 26 Jahre langes Schweigen, mehr als zwei Jahrzehnte Aufarbeitung des Traumas: Erst jetzt überwand sich die Frau, der Polizei von ihrem Martyrium zu erzählen, das sie in den Jahren von 1987 bis 1993 durchlitten hatte. Mitte der 80er heiratete ihre Mutter einen Unterländer und brachte das Kind in die Ehe mit. Doch für das damals achtjährige Mädchen bedeutete das neue Leben kein familiäres Glück, sondern einen beginnenden Albtraum.

Beinahe täglich Geschlechtsverkehr

Beim Prozess gegen den mittlerweile 54-jährigen Angeklagten am Landesgericht Feldkirch wirft Staatsanwalt Johannes Hartmann in einem kurzen, doch erschütternden Vortrag Licht in jene Ereignisse: „Der Angeklagte griff dem achtjährigen Mädchen zunächst mit dem Finger in die Scheide und übte dann mit ihm den Geschlechtsverkehr aus. In der ersten Zeit verging er sich beinahe täglich auf diese Art an dem Kind, dann ließen die Tätlichkeiten nach. Doch es zog sich bis zum 15. Lebensjahr des Opfers hin.“

Der Angeklagte selbst zeigt sich überwiegend geständig. Nur die Häufigkeit und den langen Tatzeitraum der Sexualdelikte streitet er ab. Gleich zu Beginn der Verhandlung äußert er sich zu seiner persönlichen Situation und jener der Mutter des Opfers. „Wir sind noch verheiratet, leben aber getrennt.“ Seinen Unterhalt bestreite der Beschäftigungslose mit Geld vom Arbeitsmarktservice und einem Gelegenheitsjob als DJ.

Sofort in Haft genommen

Es folgt eine kontradiktorische Einvernahme des Opfers über Video im Gerichtssaal, die Öffentlichkeit wird ausgeschlossen. Nach wenigen Stunden findet der Schöffensenat unter Vorsitz von Richter Martin Mitteregger zu einem Urteil: Zwölf Jahre Freiheitsstrafe für den 54-Jährigen wegen des Verbrechens des schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen und Vergehens des Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses. Als erschwerend werden der lange Tatzeitraum und die Häufigkeit der Delikte angesehen, das Strafausmaß dafür liegt zwischen fünf und 15 Jahre. Außerdem muss er 20.000 Euro an das Opfer bezahlen. Der Mann wird unmittelbar nach der Urteilsverkündung in Haft genommen.