Drei Jahre Haft für Bankräuber von Lustenau

Vorarlberg / 08.01.2020 • 17:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte (im Bild mit seinem Verteidiger Alexander Fetz) sprach von einer „Spontanaktion“, die ihn zu dem Raub verleitet habe. ECKERT

Unbescholtenheit, Geständnis und Schadenswiedergutmachung bescherten milde Strafe.

Christiane Eckert

Feldkirch Warum der 22-Jährige am Morgen des 30. August bewaffnet die Sparkassenfiliale in Lustenau überfiel, kann niemand so recht nachvollziehen. Er ist weder süchtig noch hat er wirklich belastende Schulden. Es sei eine „Spontanaktion“ gewesen, sagt er als Angeklagter am Landesgericht Feldkirch. Er sei unter Druck gestanden und habe Lebensgefährtin und Mutter auch einmal etwas zurückgeben wollen. Der Mann, der im Kanton St. Gallen wohnt und einen Job als Maurerzeitarbeiter hat, erbeutete an jenem Morgen knapp 21.000 Euro. Am selben Tag wurde er allerdings von der Kantonspolizei Graubünden in Chur verhaftet. An Einkommen verdiente er in seinem Beruf 35 Schweizer Franken pro Stunde, das war ihm offenbar zu wenig und zu unregelmäßig.

Gute Kooperation

Ein Zeuge hatte einen Hinweis zum Fluchtfahrzeug gegeben. Das Liechtensteiner Kennzeichen wurde im Auge behalten. Liechtenstein, Österreich und die Schweiz arbeiteten erfolgreich zusammen, somit währte die Flucht des Räubers nicht lange. Bislang war der sportliche Mann unbescholten, nach der Festnahme legte er sofort ein Geständnis ab. Die Beute gab er zurück, den Schaden, der durch die Schließung der Bank entstand, bezahlte er ebenfalls sowie sämtliche damit zusammenhängende Unkosten. Der bedrohten Kassiererin überwies er 500 Euro Schmerzengeld, womit der Maurer etliche Milderungsgründe auf seiner Seite hat. Erschwerend wirkte sich nichts aus.

Raub bleibt Raub

Dass der Raub trotz des Umstandes, dass die Gasknallpistole nicht geladen war, ein bewaffneter und somit schwerer Raub war, treibt den Strafrahmen auf 15 Jahre hinauf. „Man muss auch im Auge behalten, dass andere von derartigen Taten abgehalten werden sollen“, plädiert Staatsanwalt Heinz Rusch für eine gerechte Strafe. Mit drei Jahren Haft hat der Verurteilte Glück im Unglück. Er will danach wieder arbeiten, seine Familie steht hinter ihm und er akzeptiert die Strafe. Während seiner U-Haft in Feldkirch ist der 22-Jährige als Hausarbeiter beschäftigt. „Ich bin froh, wenigstens etwas tun zu können. Ich bekomme für Tätigkeiten wie Müll leeren oder Zellen reinigen 250 bis 280 Euro pro Monat“, hat er sich mit seiner Situation abgefunden. Staatsanwalt Heinz Rusch gibt vorerst keine Erklärung ab. Somit ist die Entscheidung nicht rechtskräftig.