Vorarlberg weiter im Babyhoch

Vorarlberg / 12.01.2020 • 17:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Magdalena aus Meiningen eröffnete 2019 den Babyreigen in Vorarlberg. VN/PAULITSCH

Auch 2019 wurde die Marke von 4000 Geburten deutlich überschritten.

Schwarzach Der Trend ist erfreulich. Seit fünf Jahren darf sich Vorarlberg wieder regelmäßig über mehr als 4000 Geburten freuen. Auch 2019 wurde diese magische Marke geknackt. In den Krankenhäusern des Landes kamen 4326 Mädchen und Buben zur Welt. Kleiner Schönheitsfehler: Das sind 30 Kinder weniger als im Jahr davor (minus 0,69 Prozent). Aufhübschen lässt sich die Statistik durch 27 Hausentbindungen.  Die geburtenstärkste Abteilung war einmal mehr jene am Krankenhaus Dornbirn (1477) gefolgt von den Landeskrankenhäusern Bregenz (1253), Feldkirch (1044) und Bludenz (552). Bludenz ist zudem das einzige Spital, das einen Zuwachs an Geburten verzeichnen konnte, und der fiel mit fast sieben Prozent ziemlich deutlich aus. An allen anderen geburtshilflichen Abteilungen gab es 2019 im Vergleich zu 2018 geringfügig weniger Babys.

Geburtenstarker Jänner

Die meisten Kinder kamen im Jänner zu Welt (389). Ebenfalls einiges an Arbeit bescherte den Hebammen der Juli mit 382 Geburten. Ebenfalls stark der September, der 379 Geburten zum letztlich erfreulichen Babyreigen beisteuerte. Der letzte Monat im Jahr ist auch der letzte in der Rangliste. Der Dezember brachte 314 Geburten. Ebenfalls bemerkenswert: In keinem Monat des Jahres 2019 wurde die Zahl von 400 überschritten. 2018 war dies immerhin dreimal der Fall. Noch eine interessante statistische Größe: Das Krankenhaus Dornbirn verzeichnete in jedem Monat mehr als 100 Geburten.

Gut für die Gesellschaft

Christoph Hackspiel (62), Geschäftsführer des Vorarlberger Kinderdorfs, sieht die Stabilisierung der Geburtenzahlen auf relativ hohem Niveau als gutes Zeichen für die Gesellschaft. „Ich hoffe, es ist ein kinderfreundliches Klima auch im Grundsatz vorhanden“, sagt Hackspiel, äußert aber gleichzeitig die Sorge, dass viele Kinder nicht unter optimalen Bedingungen aufwachsen können. „Es muss für Kinder, die keine so guten Startbedingungen haben, mehr getan werden“, fordert er. Und an die Adresse des Landes gerichtet: „Will Vorarlberg bis 2035 wirklich der chancenreichste Lebensraum für Kinder werden, braucht es mehr Nachdruck in der Umsetzung von Maßnahmen.“

Bessere Unterstützung

Bislang sieht der Kinderdorf-Geschäftsführer diesbezüglich noch wenig konkrete Initiativen. Deren Dringlichkeit untermauert er mit Fakten: „25 Prozent der Kinder sind armutsgefährdet, erfahren psychische und körperliche Gewalt oder werden vernachlässigt.“ Hackspiel: „Jedes Kind ist von Geburt an wertvoll für die Gesellschaft und deshalb entsprechend zu fördern.“ Für Eltern in schwierigen Situationen brauche es mehr unterstützende Netzwerke. Christoph Hackspiel, der seit 35 Jahren im Sozialbereich arbeitet, lässt der Kritik aber auch versöhnliche Worte folgen: „Ich bin optimistisch, dass den Absichtserklärungen die nötigen Taten folgen.“ Die Verhinderung von Armut und den Klimaschutz bezeichnet er dabei als vordringlich. Die Sorge der jungen Leute über den Zustand der Welt gelte es, ernst zu nehmen.

Muchamed-Ali trug sich als drittes Baby ins Geburtenbuch 2020 ein. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Muchamed-Ali trug sich als drittes Baby ins Geburtenbuch 2020 ein. VN/Paulitsch