Kaltblütiger Überfall vor Gericht

Vorarlberg / 13.01.2020 • 08:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Täter müssen sich am 4. Februar vor Gericht verantworten.  VN

84-Jährigen im eigenen Haus ausgeraubt. Angeklagte waren auch in Liechtenstein aktiv.

Christiane Eckert

Feldkirch Zwei Straftaten, die einander derart ähneln, dass man glauben könnte, sie hängen zusammen. In Alberschwende boten rumänische Bettler einem Rentner Hilfe auf dem Hof an. Sie kundschafteten die Gegebenheiten aus, überfielen den Mann nachts, schlugen ihn brutal zuammen und raubten ihn aus. Im Juni vergangenen Jahres erhielt der Haupttäter in erster Instanz 13,5 Jahre Haft, die zwei Komplizen fassten ebenfalls mehrjährige Haftstrafen aus. Im Oktober ereignete sich eine fast idente Tat in Rankweil. Das Opfer ist wieder ein Pensionist und wieder wird ihm erst Hilfe angeboten, ehe er brutal ausgeraubt wird.

Erst Hilfe, dann Raub

Seit längerer Zeit ging der 44-jährige Erstangeklagte dem allein lebenden Mann im Garten zur Hand. Laut Anklage erzählte der Rumäne seinem 17-jährigen Komplizen, dass er einen Mann mit Geld kenne. Am 11. Oktober trafen sich die beiden offenbar am Feldkircher Bahnhof und fuhren kurz nach 22 Uhr zum Wohnhaus des Rentners. „Dieser war vorerst nicht zuhause und deshalb versuchten die beiden erst allein ihr Glück bei zwei im Haus befindlichen Tresoren, doch vergebens. Als der Rentner heimkam und sitzend auf dem Sofa einschlief, zogen die Verbrecher dem Opfer eine Decke übers Gesicht und schlugen brutal auf ihn ein“, lautet die Anklage sinngemäß. Sie fesselten den Mann, schlugen immer wieder auf ihn ein, das Opfer wurde schwer verletzt, schrie vor Schmerzen, hatte Angst erschossen zu werden, wie es die Täter androhten. Obwohl das Opfer den beiden den Code für den Safe verriet und kooperativ war, blieb die große Beute aus. Durch ihr gewaltsames Vorgehen war der Safe so beschädigt, dass er nicht geöffnet werden konnte. Mit mindestens 1000 Schweizer Franken zogen die beiden ab. Doch dieser schwere Raub ist nicht die einzige Straftat, die den beiden mehrfach Vorbestraften angelastet wird.

Liechtenstein im Visier

In Mauren stahlen die Ganoven auf ihrer Einbruchstour in einem Wohnhaus laut Anklage Schmuck und Münzen im Wert von knapp 30.000 Franken. In Schellenberg begnügten sie sich in einem Stall mit Schnaps und einem Taschenmesser. In Schaanwald machten sie bei einem Baucontainereinbruch Beute im Wert von rund 3000 Franken. Bei einem Wohnhauseinbruch in derselben Gemeinde blieben die beiden erfolglos, da sie der Besitzer aufschreckte.

Bislang schoben die zwei die Verantwortung hin und her, im Prozess am 4. Februar wird sich zeigen, wie sie zu ihren Taten stehen. Weil einer der Täter Jugendlicher ist, wird das Verfahren vor dem Jugendschöffensenat abgehandelt.