Notenstreit an VS Lustenau-Kirchdorf beendet, der Widerstand nicht

Vorarlberg / 07.02.2020 • 19:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Protestbriefe und zahlreiche Notenzeugnisse werden demnächst im Wiener Bildungsministerium ankommen. VN/STIPLOVSEK

Ein Fest der besonderen Art zum Semesterende untermauerte die gegenseitige Solidarität der Schulgemeinschaft.

Lustenau Die Lustenauer Lehrer und die Schülereltern haben in der Form nachgegeben, in der Sache nicht. In einem beeindruckenden Semesterfest auf dem Schulplatz bei strahlendem Sonnenschein hatte sich die gesamte Schulgemeinschaft versammelt. Über dem Haupteingang prangte ein großes Transparent. Beschriftung: „Wir brauchen GUTe Bildung. Lassen Sie uns bitte reden.“ Ein fröhliches Kind streckt dabei die Hand einem nicht sichtbaren Gegenüber entgegen. Eine Botschaft nach Wien, das bisher jeden Dialog mit den „Rebellinen“ verweigerte.“

Schulnachricht nach Wien

Den Notenstreik haben die Lehrerinnen der dritten Reformklassen beendet. Ihren Widerstand nicht. Die Kinder erhielten Schulnachrichten mit Ziffernnoten auch jenseits des Einheitszweiers. Allerdings hatten die Eltern der reformpädagogischen Klassen, ähnlich dem „Frastanzer Modell“, die Möglichkeit, die Schulnachricht ungeöffnet an das Ministerium nach Wien zu schicken. In einem Karton wurden die Dokumente gesammelt. Zusätzlich konnten die Eltern persönlich einen Protestbrief an dieselbe Adresse schicken.

Weg mit den Zeugnissen nach Wien. Auch diese Mutter wollte keine Schulnachricht mit Noten sehen. <span class="copyright">VN/Stiplovsek</span>
Weg mit den Zeugnissen nach Wien. Auch diese Mutter wollte keine Schulnachricht mit Noten sehen. VN/Stiplovsek

Sichtlich bewegt dankte Direktor Christoph Wund Schülern, Eltern aber vor allem seinen Kolleginnen und Kollegen für das „Zeichen, das ihr gesetzt habt.“ Wund: „Ihr musstet über eure Grenzen gehen, habt den Weg des Dialoges aber nie verlassen. Ein großes Lob für diese Haltung.“

Auch die Angehörigen der Kinder zeigten sich solidarisch. „Ich habe mein Kind an diese Schule geschickt, eben weil es keine Noten gab und ich diese Form der Beurteilung wollte.“, meinte Sabine Walkner. Ihr Vater Andreas konnte sich dem gerne anschließen. „Als Opa kann ich nur sagen: Für meinen Enkel wünsche ich mir genau das.“

Auch Opa Andreas Walkner solidarisierte sich mit der Schulgemeinschaft der Volksschule Lustenau-Kirchdorf. <span class="copyright">VN/Stiplovsek</span>
Auch Opa Andreas Walkner solidarisierte sich mit der Schulgemeinschaft der Volksschule Lustenau-Kirchdorf. VN/Stiplovsek

Lehrer und Eltern möchten ihren Weg weiter gehen. „Wir fordern einen inhaltlichen Dialog ein und nehmen Schullandesrätin Barbara Schöbi sowie Andreas Kappaurer beim Wort, wenn sie sagen, sie wollen sich in Wien für uns einsetzen“, sprach Lehrersprecherin Birgit Sieber-Mayr.