Vorarlberger Coronaatlas: So sieht es in den Gemeinden aus

Vorarlberg / 18.04.2020 • 06:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Vorarlberger Coronaatlas: So sieht es in den Gemeinden aus

Die VN veröffentlichen erstmals Zahlen aller 96 Vorarlberger Städte und Gemeinden.

Schwarzach Die Coronaerkrankungen gehen zurück. Aber nicht überall ist klar, um wie viel: Bei den Städten und Gemeinden tappen die Bürger im Dunkeln. Zumindest bisher. Die Landesregierung gab die Zahlen nicht preis, der Gemeindeverband empfahl das auch den Bürgermeistern. Die VN haben deshalb einen Rundruf gestartet. Der zeigte: Zahlreiche Gemeinden agieren transparent. Am Freitagabend reagierte die Landesregierung auf die VN-Recherchen: Sie gab die Daten jener rund 30 Gemeinden bekannt, die ihre Informationen zuvor nicht veröffentlichen wollten.

Gute Nachrichten

Vor Transparenz müssen sich die Kommunen nicht fürchten, viele haben Positives zu berichten. In zahlreichen Gemeinden gibt es keine Fälle mehr, in anderen gab es nie welche, unter anderem in Warth. Der Ort wurde zwar zwei Wochen unter Quarantäne gestellt, allerdings ohne positiven Test. Bürgermeister Stefan Strolz betont jedoch: „Die Bevölkerung hat das nicht kritisiert, sondern eher positiv aufgenommen.“ Auch der Bregenzer Bürgermeister Markus Linhart hat positive Nachrichten: “Seit Ostersonntag haben wir mehr Genesene als Erkrankte.”

Manche Kommunen plagen andere Sorgen, Sulzberg zum Beispiel: „Wir wohnen an einer Grenze, die sehr lange offen war. Nun ist sie zu, das macht schon was aus“, erzählt Bürgermeister Helmut Blank. Auch in Warth geht es mittlerweile um andere Dinge als das Virus, wie Strolz erzählt. “Es fehlt uns ein Viertel von der Saison, die touristischen Einbußen sind groß.” Nachsatz: “Aber man muss auch das Positive sehen. Wir wohnen in einem tollen Land, in dem die ärztliche Versorgung und alles andere passt.”

Die VN-Recherchen haben dazu geführt, dass ab kommender Woche in einer Statistik, die sich täglich aktualisiert, Gemeindezahlen veröffentlicht werden. Laut Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher wurde derselbe Anbieter dafür beauftragt, der das in Tirol entwickelt hat. “Wir gehen davon aus, dass wir dieses Board im Laufe der nächsten Woche online stellen können”, sagt Rüscher.

Mit, aber nicht an Infektion gestorben

Die Zahlen zeigen den Stand vom Freitag um 11 Uhr. Außerdem sind 50 bis 60 Personen, die als krank gemeldet sind, statistisch schon gesund. “Wir müssen sie zuerst noch persönlich anrufen, um nachzufragen”, fährt Rüscher fort. Bis Montag sollte dies das Infektionsteam in der Walgaukaserne geklärt haben. Die Zahl der Toten enthält drei Personen, die nicht an, aber mit Covid19 gestorben sind. Sie finden sich in der offiziellen Statistik nicht.

An der Datenerhebung beteiligten sich: Christian Adam, Birgit Entner-Gerhold, Michael Gasser, Mirijam Haller, Klaus Hämmerle, Felix Holzer, Martina Kuster, Jakob Lorenzi, Michael Prock, Magdalena Raos, Matthias Rauch, Geraldine Reiner, Tanja Schwendinger, Bettina Swete-Gasser, Tony Walser

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