So sieht das neue Hallenbad für Bregenz von innen aus

Vorarlberg / 05.06.2020 • 15:00 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
So sieht das neue Hallenbad für Bregenz von innen aus
„Ein Entwurf, der auf den Kontext des Ortes besonders gut eingeht“, begründet Jurychef Kai Bierich die Entscheidung.  ARGE RIEGGER METZLER SCHELLING

Das Siegerprojekt wurde Ende Mai den Stadtverantwortlichen präsentiert. Das ist der aktuelle Planungsstand.

Bregenz Einen seltenen Erfolg können die Architekten Bernd Riegger, Simon Metzler und Lukas Schelling schon für ihr Hallenbad verbuchen: Ihr Entwurf wurde einstimmig von der Jury angenommen und setzte sich gegen 23 Konkurrenten durch, überzeugte also sowohl Fachkollegen wie die Badebetreiber. Sie loben neben der zurückhaltenden Wirkung nicht zuletzt den für die Besucher logischen Aufbau und die Offenheit des Gebäudes. Und auch Bürgermeister Markus Linhart wird nicht müde zu betonen, dass alle Parteien bislang hinter dem Projekt stehen.

So sieht das neue Hallenbad für Bregenz von innen aus
Eine Darstellung auf Basis der vorgestellten Pläne der Architekten.

Die Idee

Konzipiert wird das neue Hallenbad als Bürgerbad für alle. Damit will man sich auch von der “Konkurrenz” in Lindau und St. Margrethen abheben. So werde es keinen teureren abgesonderten Thermalbereich geben und eine vielseitige Nutzbarkeit der Becken angestrebt. Der nun zum See hin gewandte und offene Saunabereich wie auch die Rutschanlage sind bereits als Highlights seit längerem bekannt. Gerade mit der Rutsche soll das Bad auch für die Jugend wieder attraktiver werden.

Grundriss des Hallenbads, nach Norden ausgerichtet. <span class="copyright">Alle Bilder: ARGE Riegger, Metzler, Schelling</span>
Grundriss des Hallenbads, nach Norden ausgerichtet. Alle Bilder: ARGE Riegger, Metzler, Schelling

Der Badebereich

Die Schwimmhalle soll über zwei 25-Meter-Becken mit leicht unterschiedlichen Wassertemperaturen verfügen. Das kältere Becken wäre hierbei vor allem für die sportliche Nutzung gedacht. Vom Umkleidebereich aus optisch dahinter liegen links das 16 Meter lange Nichtschwimmerbecken wie auch der Kleinkinderbereich. Auf der rechten Seite findet sich das Kursbecken. Dessen Besonderheit: Durch den an eine Hebebühne erinnernden Boden ist eine verstellbare Beckentiefe von 30 bis 180 Zentimeter möglich. Daneben ist der Zugang zum Warmwasseraußenbecken, welches auch überdacht ist. Getrennt sind diese durch die geschlossene Rutschenanlage, welche auch vom Freibad aus zugänglich ist. Eine räumliche Abtrennung durch Glaswände des gesamten hinteren Bereichs wäre laut Plan zumindest möglich.

Der obere Stock des Hallenbads mit dem Saunabereich.
Der obere Stock des Hallenbads mit dem Saunabereich.

Die Sauna

Der Saunabereich befindet sich an der Seeseite des Bades. Im Erdgeschoss ist neben einer Saunabar und dem Zugang zum Saunagarten mit Bewegungsbecken noch Dusch- und Sanitäranlagen gedacht. Über eine Treppe gelangt man zum Saunabereich an sich, der sich entlang der gesamten Breite zum See hin erstreckt. Hier gibt es neben zwei großzügigen Ruhebereichen auch Saunen, Tauchbecken, Warmwassersprudel und ein Dampfbad.

Unten befinden sich Eingangsbereich und Umkleiden, links die Gastronomie, rechts der untere Bereich der Sauna. Oben links der Kinderbereich, oben rechts die Rutsche und das Kursbecken.
Unten befinden sich Eingangsbereich und Umkleiden, links die Gastronomie, rechts der untere Bereich der Sauna. Oben links der Kinderbereich, oben rechts die Rutsche und das Kursbecken.

Gastronomie

Dem gegenüber ist im Erdgeschoss die Gastronomie angesiedelt. Diese wird auch nach außen hin offen sein und steht damit nicht nur Badegästen offen. Der Zugang zur Schwimmhalle ist nahe des Kleinkinderbereichs, im Sommer ist auch ein Zugang vom Freibad mit eigenem Sitzbereich möglich. Ein Kioskbetrieb sowohl zum Freibad wie auch zur Schwimmhalle hin sind ebenfalls vorgesehen.

Der obere Bereich mit der Saunalandschaft entlang der Seeseite des Gebäudes.
Der obere Bereich mit der Saunalandschaft entlang der Seeseite des Gebäudes.

Die Optik

Auf den ersten Blick erkennbar ist das aufgefaltete Dach. Durch das ganze Gebäude zieht sich das umlaufende Vordach als zum See hin öffnendes Schrägdach. Im Bereich der Schwimmhalle wird das Dach quasi zurückgeschlagen. So entstehen nicht nur die erforderlichen Raumhöhen für Saunabereich und Rutsche, sondern auch Luftraum und Südfenster oberhalb der Badehalle. Dies erlaubt ab dem Vormittag ein Lichtspiel innerhalb des Hallenbades, vor allem am Abend durch die nach Westen hin sehr offenen Bauweise, betont Bauamtleiter Bernhard Fink.

Mehrere Querschnitte durch das Gebäude. B-B ist von Nord nach Süd auf Höhe des Eingangsbereichs. C-C ist von West nach Ost auf Höhe des Nichtschwimmerbeckens. A-A sind von Süd nach Nord, einmal auf Höhe des Auffangsbeckens der Wasserrutsche, einmal auf Höhe der beiden großen Schwimmbecken.
Mehrere Querschnitte durch das Gebäude. B-B ist von Nord nach Süd auf Höhe des Eingangsbereichs. C-C ist von West nach Ost auf Höhe des Nichtschwimmerbeckens. A-A sind von Süd nach Nord, einmal auf Höhe des Auffangsbeckens der Wasserrutsche, einmal auf Höhe der beiden großen Schwimmbecken.

Finanzierung

Durch den neuen Standort neben der Werkstattbühne kann das neue Bad gebaut werden, ohne den Betrieb des bestehenden Hallenbads zu verhindern. Kostenpunkt für das neue Bad ist bei 38-40 Millionen Euro, während eine Sanierung des bestehenden Bades wohl 25 Millionen zuzüglich laufender Instandhaltungskosten von einer halben bis einer Million Euro pro Jahr kosten würde. Bürgermeister Linhart betont die hohe Priorität des Schimmbades auf der Finanzierungsliste und setzt auf eine Mitfinanzierung durch das Land. Schließlich sind mehr als die Hälfte der Badegäste von außerhalb und keine Bregenzer. Nun folgt die Detailplanung mit möglichen Anpassungen, bis 2025 soll das Bad fertig sein.

Geringfügige Änderungen seien zwar noch möglich, die aktuellen Pläne wurden im Mai dem Stadtrat präsentiert. Der Bevölkerung werde man die Pläne ebenfalls im Detail präsentieren, aufgrund der Pandemie sei dies derzeit jedoch noch nicht möglich.

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