Die Sehnsucht und das Problem

Vorarlberg / 09.04.2021 • 19:13 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Auch Nina würde gerne wieder einmal im Ausland urlauben. So schön es auch bei uns ist. VN/Steurer
Auch Nina würde gerne wieder einmal im Ausland urlauben. So schön es auch bei uns ist. VN/Steurer

Wie gerne würden viele Vorarlberger im Sommer wieder verreisen.

Schwarzach Sie täten schon wollen, wenn sie denn dürften. Die Rede ist von den Vorarlbergern und ihrer Reiselust. Gerne würden viele wieder einmal im Ausland Urlaub machen. Aber die Ungewissheit wegen der Pandemie ist wie im Vorjahr der mächtige Spaßbremser.

Viele Fragen

„Wir verzeichnen sehr viele Anfragen“, berichtet Klaus Herburger (61), Sprecher der Vorarlberger Reiseveranstalter und Chef von Herburger-Reisen. Die Anfragen beschränken sich selbstredend nicht auf die Reize der Destinationen und der dort angebotenen Herbergen. „Die Kunden wollen vor allem wissen, was sie an ihrem potenziellen Urlaubsort an Regeln und Einschränkungen erwartet. Sie möchten wissen, was sie tun dürfen und was nicht, ob sie einen Anitgentest oder PCR-Test brauchen“, erzählt der Reiseveranstalter.

Weil viele dieser Fragen nicht schlüssig beantwortet werden können, und weil keiner die Entwicklungen vorauszusagen vermag, bleibt zwar das Interesse groß, das Buchungsverhalten jedoch ist sehr zögerlich.

Bus sticht Flieger

Eine große Sehnsucht ortet Herburger für Reisen nach Italien und Spanien. „In Frage kommen eher Busreisen als Flüge, denn die sind derzeit eher kompliziert“, weiß der Touristiker. Immerhin konnte das Unternehmen schon mehrere Termine für Busreisen an die Costa Brava fixieren. „Dort warten einige neue Hotels auf die Urlauber.“ Ab Juni, so hofft Herburger, sollte auch die Adria als Destination wieder wöchentlich anvisiert werden können. Er verweist auf die Sicherheit von Buchungen. „Es gibt Stornomöglichkeiten, und bei Abschluss einer günstigen Reise- oder Coronaversicherung ist man auch bei kurzfristiger Absage auf der sicheren Seite.“

Herburger hofft, wenigstens 30 bis 40 Prozent des Umsatzes der Vorcoronazeit zu erreichen.

Problem Quarantäne

Neue Erfahrungen macht Christian Urban (57) von Nachbauer-Reisen in Feldkirch: „Ich registriere ein überdurchschnittlich großes Interesse für Fernreisen auf die Malediven, in die Dominikanische Republik oder nach Mexiko, wohl weil von diesen Ländern kaum Restriktionen bekannt sind.“

Viele Vorarlberger Familien würden auch heuer wieder gerne in Griechenland urlauben, weniger in der Türkei. Die große Spaßbremse für alle Urlaubspläne seien die in Österreich geltenden Quarantänebestimmungen. „Zehn Tage in Absonderung zu müssen, mit einer Freitestmöglichkeit erst nach fünf Tagen – das geht für viele Berufstätige nicht“, sagt Urban. So wie er hoffen viele Reiseveranstalter, dass diese Quarantänebestimmungen bald fallen. Das würde bei gleichzeitigem Rückgang des Infektionsgeschehens der Branche einen Schub geben und die Aussicht auf ein halbwegs erträgliches Sommerergebnis deutlich verbessern.

„Wir verzeichnen sehr viele Anfragen. Aber die Kunden sind natürlich noch verunsichert.“