Ein Randalierer und viel Ärger

Vorarlberg / 19.04.2021 • 19:04 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ein Randalierer und viel Ärger

Der Vorfall an der Volksschule Lochau beschäftigt auch Elternvertreter.

LOCHAU An der Volksschule Lochau kam es am 23. März zu tumultartigen Szenen. Weil die knapp 200 Schüler aufgrund eines bekanntgewordenen Coronaclusters vom herbeigerufenen Infektionsteam im Gebäude getestet wurden, lud sich die Stimmung bei einigen der draußen wartenden Eltern bedrohlich auf. Ein Elternteil verlor völlig die Nerven und wollte sich durch Eintreten der Tür gewaltsam Zugang zur Schule verschaffen. Sogar die Polizei sah daraufhin vorbei. Einige Lehrer fühlten sich eingeschüchtert, Lehrervertreter kritisierten den Vorfall heftig.

Viele Test-Befürworter

Markus Maier (39), Elternvereins­obmann der Volksschule Lochau und selbst Vater zweier dort zur Schule gehender Kinder, verurteilt die Eskalation, stellt aber klar: „Die große Mehrheit der Eltern war in die Vorfälle überhaupt nicht involviert. Sie haben diese Testungen sogar ausdrücklich befürwortet. Einige wenige hatten damit offensichtlich Probleme.“ Maier war an die Schule gekommen, als sich die Situation bereits wieder beruhigt hatte. „Ich wurde gebeten, eines meiner Kinder, das schon gegangen war, zum Testen an die Schule zu bringen.“

Maier betont, dass kein Kind gezwungen wurde, sich testen zu lassen. „Die Eltern wurden zudem eingeladen, beim Testen ihres Kindes dabei zu sein. Es wurde eine Klasse nach der anderen getestet. Die, die das hinter sich gebracht hatten, konnten dann sofort gehen.“

Schnelle Kommunikation

Schnelle und klare Informationen seien notwendig, solche Situationen in Zukunft zu vermeiden, deutet Maier ein Versäumnis der Schulleitung an, ohne einen Schuldigen für die Eskalation auszumachen.

Eine klare Kommunikationskette ist auch in den Augen des Vorsitzenden des Vorarlberger Elternverbandes, Michael Tagger (57), der Schlüssel zur Vermeidung von Szenen wie jener in Lochau. „Schulen werden sich wohl auch im Vorfeld Gedanken machen müssen, wie sie im Falle drohender Eskalationen vorgehen“, glaubt Tagger.

Nervenzehrend

Bei einigen Eltern brauche es nach der aufreibenden Coronazeit nicht mehr viel, dass sie die Nerven verlieren. „Sie sind zermürbt, sie haben keine Kraft mehr, es ist ihnen zu viel geworden“, registriert Tagger. Im Elternverband ringe man stets um gemeinsame Positionen in dieser Krisenzeit. Dass einige wenige Eltern ihre Kinder wegen der Tests nicht in die Schule schicken, findet Tagger bedauerlich. „Da sind die Eltern ängstlicher als die Kinder, denn die, das wissen wir mittlerweile, haben mit den Tests keinerlei Probleme“, sagt der Elternverbandsobmann. Er wünscht sich, dass die Schule bald wieder in den Regelbetrieb übergeht und die Schichtregelung in der Sekundarstufe beendet wird.

Über die Impfbilanz der Lehrer ist Tagger nicht wirklich glücklich. „Schön, dass es knapp 50 Prozent gemacht haben, im Sinne der Gesamtverantwortung für die vorherrschende Situation wäre eine höhere Quote jedoch wünschenswert.“

„Einige Eltern sind zermürbt, haben keine Kraft mehr. Es ist ihnen zu viel geworden.“