Stadt Bludenz erweitert Schulsozialarbeit an Pflichtschulen

Vorarlberg / 19.12.2021 • 16:49 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Bludenz Die letzten Schulwochen und –monate waren geprägt von vielen Unsicherheiten. Neben der Coronakrise haben aber auch die gesellschaftlichen und sozialen Herausforderungen Kinder und Jugendliche besonders stark getroffen. Die Stadt Bludenz reagiert nun darauf mit dem Ausbau der Schulsozialarbeit.

„Wir übernehmen damit Verantwortung für die psychische und physische Gesundheit unserer Bludenzer Schulkinder“, erklärt Bürgermeister Simon Tschann den Beweggrund der Stadt Bludenz für diese Maßnahme. Über 70.000 Euro wird die Alpenstadt dafür im kommenden Jahr zur Verfügung stellen. „Wir mussten leider feststellen, dass neben der Mittelschule auch immer mehr Kinder der Volksschulen und auch der Polytechnischen Schule psychologische Verhaltensauffälligkeiten zeigen. Wir hoffen, mit diesem Schritt den Kindern zu helfen, die Familien zu entlasten und auch den Lehrern zur Seite zu stehen“, fasst Bildungsstadtrat Bernhard Corn die Ziele dieses außergewöhnlichen Schritts zusammen.

Den Schülern wurde viel zugemutet

Eine zusätzliche Ausnahmesituation stellt die Coronapandemie dar. Teilweise ist es zu einem Kontaktabbruch zwischen Schule und Familie gekommen. Etliche Kinder haben die pandemiebegleitenden Maßnahmen (Wechsel zwischen Distanz- und Präsenzunterricht, Diskussionen über Testungen und Impfungen, Hygienevorschriften, Kontaktverlust im Freundeskreis und vieles mehr) als unverständlich und somit als psychische Belastung empfunden. „Wir haben hier auch wieder etwas gutzumachen“, ist sich Tschann bewusst. „Unseren Schulkindern wurde sehr viel zugemutet. Und leider dürfte das mit dem letzten Lockdown noch nicht zu Ende sein.“

Auf Volksschulen ausgeweitet

Abgewickelt und organisiert wird die Schulsozialarbeit vom IfS, dem Institut für Sozialdienste. Während es bisher nur an der Bludenzer Mittelschule und am Poly ein derartiges Angebot gab, wird dieses nun im kommenden Jahr auf weitere Bludenzer Schulen – die VS Mitte und die VS St. Peter – ausgedehnt. Insgesamt werden 50 Wochenstunden für die Schulsozialarbeit zur Verfügung stehen.

Ein Teil dieses Sozialangebots wird auch vom Land Vorarlberg finanziell unterstützt. „Das war aber bisher am Schulstandort Bludenz mit zwei Schulen und besonderen Herausforderungen einfach zu wenig. Ich denke, das Land müsste in diesem Bereich mehr tun. Bis es aber so weit ist, haben wir diese Aufgabe übernommen“, so Stadtrat Corn. Zudem habe man mit dem Partner IfS ein professionell erprobtes Angebot und eine gut funktionierende Kooperation.

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