Ein Baby in der Pandemie? Frischgebackene Mamas erzählen

Vorarlberg / 20.02.2022 • 07:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Ein Baby in der Pandemie? Frischgebackene Mamas erzählen
Susi Außerer mit Gilbert (15 Monate) und Rebekka von der Thannen mit Josefa (13 Monate): Die Babys kamen in der Coronapandemie zur Welt.

Wie sie die Schwangerschaft und Geburt in Zeiten der Coronakrise erlebt haben, erzählen zwei frischgebackene Mamas.

Text: Mirijam Haller und Patrizia Gunz (VN), Fotos: VN/Philipp Steuer

Dornbirn In den Krisenjahren 2020 und 2021 kamen in Vorarlberg über 8400 Kinder zur Welt. Sie sorgten dafür, dass diese Jahre für ihre Eltern nicht nur aufgrund der Coronapandemie unvergesslich bleiben werden. Zu diesen frischgebackenen Eltern zählen auch Rebekka von der Thannen und Susi Außerer. Sie berichten den VN von ihren Geburten im Lockdown, von Vorbereitungskursen und von der ersten Zeit mit ihren Babys. 

Die beiden Jungmamas erleben ihre Kinder als zurückhaltender.
Die beiden Jungmamas erleben ihre Kinder als zurückhaltender.

Blicken die beiden Mütter auf die letzten beiden Jahre zurück, sind sich die Dornbirnerinnen einig, dass die Coronapandemie nicht nur Negatives im Gepäck hatte. Durch die Einschränkung der sozialen Kontakte konnten sich Rebekka von der Thannen und Susi Außerer intensiver ihren Neugeborenen widmen. Susi Außerers Sohn Gilbert kam im Oktober 2020 zur Welt und ist ihr drittes Kind. Durch die Geburtserfahrung mit den beiden älteren Kindern verzichtete sie auf den Geburtsvorbereitungskurs. „Da die beiden älteren Kinder durch die Lockdowns 24 Stunden am Tag zu Hause waren, war es eine anstrengende Schwangerschaft“, erinnert sie sich zurück.

Kein Besuchsstress

Die Geburt im Krankenhaus Dornbirn ging schnell vonstatten, da sie den Gang in die Geburtenabteilung des Krankenhauses bis zuletzt hinauszögerte. Ihr 15 Monate alter Sohn kam nach nur einer Stunde im Kreißsaal zur Welt. „Mein Mann war dabei. Wir mussten keine Masken tragen. Nur die Hebamme hatte eine an.“ Einige Stunden nach der Geburt waren die Außerers auch schon wieder daheim und haben es genossen, dass die Familie zusammenfinden konnte. „Durch die Lockdowns ist der Besuchsstress weggefallen“, erzählt sie. 

Rebekka von der Thannens Tochter Josefa kam im Jänner 2021 zur Welt. Als Erstgebärende besuchte sie den Geburtsvorbereitungskurs. Dieser wurde gleich auf zwei Gruppen aufgeteilt. „Es gab kaum Kontakt zu anderen Erstlingseltern. Das fand ich schade“, schildert von der Thannen.

Die beiden Mütter haben sich frühzeitig um eine Betreuung durch eine Hebamme bemüht, da sie wussten, dass die Geburtshelferinnen sehr gefragt sind. Ebenso konnten die Hausbesuche von Hebammen unter Einhaltung aller Coronaregeln trotz Lockdown stattfinden, weiß Daniela Erath-Mittelberger von der Hebammenpraxis Dornbirn. Bei den Geburten sei insgesamt eine leichte Zunahme zu beobachten gewesen.

„Gibt keinen perfekten Zeitpunkt“

Sehr genossen hat die 35-jährige Rebekka von der Thannen, dass es keine Besuche im Krankenhaus nach der Geburt gab. „Josefa und ich hatten Zeit, uns in diesen vier bis fünf Tagen kennenzulernen“, blickt von der Thannen zurück. Die Entscheidung, ein Kind während der Pandemie zu bekommen, bereut die karenzierte Geschäftsführerin von „Das Buch“ nicht. „Es gibt keinen perfekten Zeitpunkt für ein Kind.“ Damit sie nicht an Corona erkranken, haben beide Mütter die Hygienemaßnahmen eingehalten. Die Angst vor einer Erkrankung mit dem Coronavirus hat sie aber während der Schwangerschaft begleitet.  

Zurückhaltende Babys

Ihre beiden Kinder Gilbert und Josefa erleben die beiden Mamas als zurückhaltender. Sie sind es nicht gewohnt, dass Fremde nahe an sie herankommen. „Mein Jüngster schaut skeptisch, wenn andere ihm zu nahekommen“, erklärt Susi Außerer. Ihre beiden älteren Kinder hingegen sind es gewohnt, dass fremde Menschen näher an sie heranrücken. „Ich habe keine Vergleichsmöglichkeit, ob meine Tochter auch ohne Corona so wäre, aber sie mag keine lauten Geräusche und mehrere Menschen sind ihr gleich zu viel“, schildert Rebekka von der Thannen.