Große Empörung bei Pflegeschülern

Ab sofort gilt für Praktika nur noch „geimpft oder genesen“.
feldkirch Die Empörung ist groß, und das nicht nur bei Schülern der Krankenpflegeschulen, sondern auch bei lange gedienten Pflegepersonen. Stein des Anstoßes sind neue Hygienebestimmungen, laut denen Praktikanten in den Krankenhäusern geimpft oder genesen sein müssen. Eine befristete Ausnahmeregelung gibt es nur für Schülerinnen und Schüler, die ihre Ausbildung mit Jahresende abschließen. Verfügen sie über keinen 2-G-Status, müssen sie regelmäßig ein negatives PCR-Testergebnis vorlegen.
Ausstieg mit Tücken
Das hat jedoch seine Tücken. Steigen jene, die den dreijährigen Diplomkurs absolvieren, nach dem zweiten Jahr aus, wird ihnen lediglich der Pflegeassistent angerechnet. Schüler im ersten Jahr würden demnach gänzlich ohne Abschluss dastehen. Für die Studenten an der FH gilt hingegen weiterhin die 3-G-Regel, da ihr Studienzweig nicht in die Verantwortung der Landeskrankenhäuser fällt.
Auf VN-Nachfrage begründete die Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) die Maßnahme so: „Wir haben diese Entscheidung einerseits für die Patienten getroffen. Sie müssen sich darauf verlassen können, dass sie im Krankenhaus so gut wie möglich geschützt sind. Andererseits gilt sie dem Schutz der Mitarbeitenden, die sich immer wieder einem Ansteckungsrisiko aussetzen.“ Grundsätzlich werde bei Neueinstellungen seit 1. September 2021 eine Impfbereitschaft vorausgesetzt, sofern noch keine Impfung vorgewiesen werden könne, heißt es in der Stellungnahme weiter. Zudem sei die Regelung mit allen Ausbildungsträgern diskutiert und abgestimmt und den Schülern ein ärztliches Aufklärungsgespräch angeboten worden. Überdies stehe seit März ein neuer Impfstoff mit einem anderen Wirkprinzip zur Verfügung. In E-Mails beklagen aber auch Pflegepersonen den Schritt.
„Seit Jahren herrscht akute Personalnot, und dann das“, ärgert sich eine Schreiberin. Sie befürchtet, dass der „Karren nun endgültig an die Wand gefahren wird“. Eine diplomierte Krankenschwester fragt, wie es sich die KHBG leisten kann, motivierten Nachwuchs derart vor den Kopf zu stoßen. Nicht weniger verärgert sind Schüler. Der Klassenvorstand habe ihnen am 24. März mitgeteilt, dass „genesen“ im dritten Lehrgang überhaupt nicht mehr akzeptiert werde und sie sich impfen lassen müssten. Nun überlegen einige, das dritte Jahr in Oberösterreich zu absolvieren. Es ist neben Vorarlberg das einzige Bundesland, das noch eine Diplomausbildung durchführt. Sie läuft 2024 aus.
