Gericht: Noch kein Urteil im „Fall Leila“

Vorarlberg / 04.04.2022 • 21:00 Uhr
Gericht: Noch kein Urteil im „Fall Leila“
Die Kronzeugin und Hauptbetroffene des Prozesses, die 15-jährige “Leila”, während ihrer Aussage am Landesgericht Feldkirch. VN/gs

Prozess gegen 49-jährige Angeklagte wegen gefährlicher Drohung und Beleidigung wurde erneut vertagt.

Feldkirch Vor zwei Jahren war an einer Vorarlberger Mittelschule ein 13-jähriges Mädchen (Pseudonym „Leila“) mit Migrationshintergrund offenbar Opfer eines perfiden Falls von Cybermobbing durch eine Klassenkameradin („Pseudonym „Anna“) geworden (die VN berichteten).

„Gorillas“

„Annas“ 49-jährige Mutter steht nun als Angeklagte wegen Beleidigung und gefährlicher Drohung vor Gericht. Sie soll der nunmehr 15-jährigen „Leila“ und deren Familie damals mit dem „Umbringen“ durch Dritte gedroht haben. Außerdem habe sie die damals Minderjährige und ihre Angehörigen an einer Bushaltestelle vor der Schule von einem Auto aus als „Gorillas“ bezeichnet, mit einem Finger das Abziehen einer Maschinenpistole und ein entsprechendes Geräusch nachgeahmt. Die Beschuldigte weist jeden Vorwurf von sich.

In einer zweiten Verhandlung am Landesgericht Feldkirch am Montag wurden mehrere Zeugen befragt, darunter auch Mitschülerinnen von „Leila“. Doch deren Zeugenaussagen waren aufgrund ihrer Erinnerungslücken mehr als dürftig.

Die Kronzeugin

„Leila“ selbst hingegen bestätigte vor Gericht die Anschuldigungen. „Das mit den Gorillas hat mich besonders hart getroffen“, sagte sie gegenüber Richterin Magdalena Rafolt.

Mit einer zeitlichen Zuordnung der angeblichen Geschehnisse hatte die Jugendliche vor Gericht jedoch deutliche Probleme.

Unsicherheiten

Gewisse Unsicherheiten traten für das Gericht auch bezüglich der Anschuldigungen zu Tage, da etwa die angeblichen Morddrohungen nicht im Einvernahmeprotokoll der Polizei aufscheinen. “Ich habe der Polizei damals aber alles gesagt. Ich weiß nicht, warum sie es nicht aufgeschrieben hat”, beteuerte die 15-Jährige.

Verhandlungssaal verlassen

Die Angeklagte musste während der Einvernahmen der Zeugen der Gegenseite übrigens ständig den Verhandlungssaal verlassen. So auch bei “Leilas” Mutter, weil diese bei Anwesenheit der Beschuldigten “keine Luft mehr bekäme”, wie sie begründete. Während ihrer sehr belastenden Aussage weinte die Frau ständig. Da noch weitere Einvernahmen anstehen – unter anderem jene von “Leilas” Vater und wiederholt der Angeklagten und deren Töchter  – wurde die Verhandlung auf 9. Mai vertagt.