Trockenster März der Geschichte

Vorarlberg / 04.04.2022 • 08:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Trockenster März der Geschichte
VN/Steurer

Unter Hochdruckeinfluss: In Vorarlberg gab es noch nie so wenig Niederschlag.

SCHWARZACH Temperaturmäßig war der März 2022 im langjährigen Vergleich nicht außergewöhnlich. Es war um etwa ein Grad wärmer, aber das ist fast schon normal. Außergewöhnlich waren die Niederschlagsverhältnisse: Seit Aufzeichnungsbeginn vor rund 150 Jahren gab es noch nie so wenig Regen oder Schnee wie heuer, weiß Alexander Orlik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), der alle Daten im Blick hat.

In Lech fielen gerade einmal sechs Liter pro Quadratmeter, in Warth handelte es sich um acht. Hier liegt ein Mittelwert für den Zeitraum 1991 bis 2020 vor. Die acht Liter der vergangenen Wochen liegen um ganze 95 Prozent darunter. Ähnlich groß war die Abweichung auch im benachbarten Schröcken sowie in Langen am Arlberg mit 91 Prozent. Um 89 Prozent weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel gab es in Schoppernau, um 82 Prozent weniger in Alberschwende.

Trockenster März der Geschichte

In Dornbirn (minus 70 Prozent), Fraxern (minus 72) und Bregenz (minus 64 Prozent) war die Abweichung ebenfalls erheblich, aber nicht ganz so groß. „In Bregenz beispielsweise hat es in der Nacht auf den 1. April sehr viel geregnet“, berichtet Orlik. Das hat zu einer Entschärfung der Bilanz geführt, zumal der meteorologische März bis zum Morgen des ersten Apriltags dauert.

Für einige Gemeinden gibt es schon eine sehr lange Messgeschichte. Daten für Feldkirch gehen bis zum Jahr 1876 zurück. Seit damals gab es laut Orlik keinen einzigen März mit so wenig Regen oder Schnee wie heuer (zwölf Liter pro Quadratmeter). Der bisherige Negativrekordwert belief sich auf 13 Liter. Er wurde 1924 und 1929 verzeichnet.

Beständige Hochdruckwetterlage

In der jüngeren Vergangenheit gab es immer wieder zu trockene März-Monate. „Ob das ein kurzfristiges Phänomen oder etwas länger Anhaltendes ist, muss sich erst weisen“, betont der ZAMG-Experte im Gespräch mit den VN. Zuletzt war die Trockenheit auf beständige Hochdruckwetterlagen zurückzuführen. Sie haben für sehr stabile Verhältnisse in Mitteleuropa gesorgt. Tiefdruckwetterlagen sind daran vorbeigezogen. Ergebnis: In Spanien und Portugal gab es sehr viel Niederschlag und teilweise auch Überschwemmungen.

Mit der Trockenheit gingen zuletzt sehr viele Sonnenstunden einher. In Bregenz wurden im gesamten März 240 gezählt. Das entspricht im Schnitt rund acht Stunden pro Tag und in Summe zwei Drittel mehr als im langjährigen Mittel.

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