Gericht: 15-Jährige brachen Busfahrer Gesichtsknochen

Vorarlberg / 08.04.2022 • 14:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Gericht: 15-Jährige brachen Busfahrer Gesichtsknochen
Der erstangeklagte Jugendliche beim Prozess am Landesgericht Feldkirch. Eckert

Teenager attackierten Chauffeur nach Streit mit Fäusten, vor Gericht zeigten sie wenig Reue.

feldkirch Ende Jänner fuhren vier Jugendliche spätabends mit dem Bus von Dornbirn nach Egg. Einem Mädchen wurde schlecht und es übergab sich in die FFP2-Maske. Danach deponierte sie die verschmutzte Maske unter den Sitzen und verließ mit ihren Freunden den Bus. Dem Fahrer fiel auf, dass sie keine Maske hatte und forderte sie auf, die verschmutzte Maske mitzunehmen. Vor dem Linienfahrzeug kam es zum Streit, zwei 15-jährige Jugendliche schlugen dem Mann mit den Fäusten mehrfach ins Gesicht. Der großgewachsene Chauffeur war darauf nicht gefasst, sah den Schlag nicht kommen und erlitt eine dreifache Jochbogenfraktur.

Schwer verletzt

Der Attackierte musste ins Spital, hatte zehn Tage starke Schmerzen, knapp fünf Wochen ein blaues Auge und war über zwei Wochen im Krankenstand. Opferanwalt Stefan Denifl veranlasst beim Prozess am Landesgericht Feldkirch, dass dem Verletzten 2000 Euro Teilschmerzengeld zumindest gerichtlich zugesprochen werden. Wie es mit der tatsächlichen Erlangung dieses Betrages steht, ist fraglich. Die beiden Täter verdienen noch kein Geld. Einer verzieht demnächst in die Schweiz, dort wird eine Exekution noch schwerer. Die kaputte Brille bezahlte der Arbeitgeber des Fahrers.

Schon lange aufgefallen                

„Einige Zeit nach dem Vorfall lachte die ganze Gruppe in den Bus, ich glaube nicht, dass die groß was bereuen“, erzählt der Busfahrer am Gerichtsgang. Im Verhandlungssaal werden die Jugendlichen gefragt, ob sie sich eventuell entschuldigen möchten. Der Erstangeklagte erledigt dies äußerst salopp, ein schnelles Handgeben im Vorbeigehen und er dreht sich schon wieder weg.

Bezüglich der kaputten Freisprecheinrichtung werden 50 Euro geltend gemacht. Lange wird herumgedrückt, bis die Mutter des Zweitangeklagten endlich 50 Euro herauszieht und der Sohn sie dem Opfer zukommen lässt. Schon lange fallen die beiden Jugendlichen auf, bestraft konnten sie bislang noch nie werden, sie waren zu jung. Bereits wölf Einträge im Strafregister gibt es bezüglich des Erstangeklagten, ein paar weniger beim Zweitangeklagten.

Teilbedingte Geldstrafen

Im Urteil werden beim Erstangeklagten für die schwere Körperverletzung 1200 Euro Geldstrafe teilbedingt verhängt. 600 Euro müssen bezahlt werden, der Rest wird auf Bewährung ausgesprochen. Bewährungshilfe und ein Antiaggressionstraining werden angeordnet. Der Zweitangeklagte kommt ohne diese Zusatzmaßnahmen davon, er zieht demnächst in die Schweiz, damit ist Österreich nicht mehr zuständig. Das Urteil ist nicht rechtkräftig.

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