Gericht: Ein Päckchen mit Tierkot für die Ex-Frau

Vorarlberg / 09.07.2022 • 05:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Gericht: Ein Päckchen mit Tierkot für die Ex-Frau
Der Angeklagte wurde unter anderem wegen beharrlicher Verfolgung zu einer Haftstrafe von fünf Monaten auf Bewährung verurteilt. Eckert

Familienvater schreckte vor nichts zurück, um seiner geschiedenen Frau eins auszuwischen.

feldkirch Die beiden einstigen Eheleute scheinen einst glücklich gewesen sein. Anders lässt es sich nicht erklären, dass mehrere Jahre fast jährlich ein neuer Spross das Licht der Welt erblickte. Doch nun ist alles anders. Die beiden sind geschieden und der Unterländer hasst und verachtet seine Ex-Frau, dass es kaum zu überbieten ist.

Obwohl eine einstweilige Verfügung besteht, wonach der 42-Jährige die Frau in Ruhe lassen muss, schrieb er ihr weiterhin fleißig auf WhatsApp. Er beschimpfte sie unter anderem als „Rabenmutter“ und drohte, dass ihr Leben nun vorüber sei und dergleichen. „Verrecke endlich!“ und „Ich wünsch dir weiterhin einen qualvollen Tod und dieser Wunsch wird in Erfüllung gehen“, äußerte der achtfach Vorbestrafte an anderer Stelle.

Eklige Post

Vor Gericht macht der Angeklagte “Hochprozentiges“ für seine Ausraster verantwortlich. Ebenso gibt er irgendwelchen Tabletten die Schuld. Fakt ist, dass er seit Mai zumindest per Handy Ruhe gibt. Doch er hatte sich etwas Neues einfallen lassen. Er schickte seiner ehemaligen Frau per Post ein Paket. Als sie es öffnete, waren Tierexkremente drin.

Auf dem Paket für allfällige Nachfragen des Zustellers ist die Telefonnummer des Bestellers notiert. Und siehe da – bis auf die Endziffer ist es genau die Telefonnummer des vorbestraften Pensionisten. „Ich wusste das selbst nicht, dass es einen Bestellservice für Tierexkremente im Internet gibt, da musste ich mich erst selbst schlau machen. Dort gibt es tatsächlich von Lama- bis Elefantenkot alles“, kann sich Richter Christoph Stadler nur wundern. Das Stalkingopfer bestätigt, dass der Ehemann schon früher einmal von diesem außergewöhnlichen Angebot erzählt hatte.

Windeln retour

Die beiden Eltern teilen sich das Sorgerecht, so sind die Kinder zeitweise beim Vater. Teilweise brauchen sie noch Windeln. „Die vollen Windeln gibt er den Kindern mit, wenn er sie zurückbringt“, erzählt die Exfrau. Der Angeklagte stellt richtig: „Ich gebe die dreckigen Windeln der Mutter. Ich habe ja keinen Restmüll.“ Der Kindesvater bekommt wegen gefährlicher Drohung und beharrlicher Verfolgung fünf Monate Haftstrafe auf Bewährung und 1200 Euro unbedingte Geldstrafe. „Das ist Ihre letzte Chance. Und die Windeln Ihrer Kinder entsorgen Sie künftig auch selbst!“, gibt der Richter dem Mann noch mit auf den Weg. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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