Echte Herausforderung steht erst noch bevor

Vorarlberg / 30.09.2022 • 15:03 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Lokalaugenschein mit Hausleiter Jori und Bgm. Rhomberg. Das Sozialzentrum (rechts mit angedocktem Kindergarten) wurde aufgestockt und durch einen Neubau (hinten) ergänzt.
Lokalaugenschein mit Hausleiter Jori und Bgm. Rhomberg. Das Sozialzentrum (rechts mit angedocktem Kindergarten) wurde aufgestockt und durch einen Neubau (hinten) ergänzt.

Baulich ist beim Projekt Sozialzentrum Lauterach alles im grünen Bereich, Situation auf dem Arbeitsmarkt bereitet Sorgen.

Lauterach „Anders als bei manchen Bauvorhaben, bei denen Lieferprobleme von Baumaterial zu Verzögerungen führen, läuft die Erweiterung und Ergänzung unseres Sozialzentrums nach Plan“, sehen Bürgermeister Elmar Rhomberg und Hausleiter Emanuel Jori bei einem Lokalaugenschein auf der Großbaustelle den Stand der Dinge völlig entspannt.

Was ihnen hingegen Sorgen macht, ist die angespannte Situation auf dem Arbeitsmarkt: „Wenn man sieht, dass landesweit mehr als 150 Betten nicht belegt werden können, weil das dafür erforderliche Pflegepersonal fehlt, dann kann man sich ausrechnen, wie schwierig es wird, für unser erweitertes Sozialzentrum zusätzliches Personal zu finden“, bringt es der Gemeindechef auf den Punkt, und Hausleiter Jori pflichtet dem bei: die Suche nach zusätzlichem Personal hat längst begonnen, denn solches wird im Frühjahr 2023 dringend in größerem Ausmaß benötigt, weil die laufenden Ausbaumaßnahmen eine massive Ausweitung des Angebots bringen.

Künftig 115 Betten

Rund acht Millionen Euro werden in das Projekt investiert. Damit wird nicht nur das Angebot im Pflegebereich durch die Aufstockung des bestehenden Hauses mit 52 Pflegeplätzen um weitere 25 Betten um fast 50 Prozent erhöht. In einem Zubau entstehen ergänzend auch 23 betreute Wohnungen, und in einem weiteren Objekt eine Wohngemeinschaftsgruppe mit 15 Zimmern.

Gegenüber dem heutigen Stand mit 52 Pflegeplätzen ab Stufe vier werden im erweiterten Sozialzentrum insgesamt 115 Betten zur Verfügung stehen. Damit wird die gesamte Bandbreite des unterschiedlichen Pflegebedarfs in allen Stufen berücksichtigt. Rhomberg: „Das ist ein großer Qualitätssprung, weil wir unter einem Dach alle Bereiche der Alten- und Krankenbetreuung abdecken.“

Weitsichtige Planung lohnt sich

Profitieren kann der Projektbetreiber SeneCura dabei von der Weitsicht der Planer, denn Michael Heim vom Büro Heim, Müller und Partner hatte für das 2009 eröffnete Sozialzentrum die Statik des Gebäudes so ausgelegt, dass jetzt problemlos ein Stockwerk aufgesetzt werden kann.

„Die Aufstockung ist fertiggestellt, sogar die Photovoltaikanlage ist wieder installiert“, streicht Rhomberg den stromtechnischen Aspekt der Arbeiten heraus. Auch der Zubau mit dem Trakt für betreutes Wohnen und die Infrastruktur für die Krankenpflege ist unter Dach und die Verbindung zum ehemaligen Schertler-Betriebs- und -Verwaltungsgebäude (Alte Säge) ist auf gutem Weg.

Dieser Altbestand eröffnet der Gemeinde weitere Entwicklungsmöglichkeiten, ein endgültiges Konzept für die Nutzung ist in Arbeit. Baulich ist angedacht, den markanten „Turm“ mit einem Lift auszustatten. Großes Augenmerk wurde bei den Arbeiten auf den ruhenden Verkehr gelegt und dementsprechend die Kapazität der Tiefgarage durch eine Erweiterung von 82 auf 111 Stellplätze erhöht.

Willkommener Nebeneffekt

Die Errichtung der Tiefgaragenerweiterung bringt auch einen willkommenen Nebeneffekt: „Wir schaffen damit einen auf drei Seiten von Gebäuden umschlossenen Außenbereich, der mehrfach nutzbar ist und zudem den Kindergarten mehr in den Mittelpunkt rückt, erläutert der Gemeindechef das Konzept. Denn das Angebot wird nicht nur für die älteren Menschen erweitert, auch der Kindergarten, der von Anfang an in das Projekt integriert war, erfährt eine Anpassung und Aufwertung. „Der rund 1300 Quadratmeter große neue Innenhof steht natürlich auch für sonstige Nutzungen zur Verfügung“, sieht Rhomberg einen weiteren Vorteil.

Noch ist einiges zu tun

Ein Rundgang durch die Baustelle zeigt, dass der angestrebte Fertigstellungstermin wohl eingehalten werden kann, allerdings bleibt noch einiges zu tun und ein fixer Terminplan hat deshalb Spielraum. Das betrifft vor allem den Kindergarten, denn derzeit sind die Kids im „Exil“ – in provisorisch adaptierte Räumlichkeiten der Mittelschule untergebracht. „Im günstigsten Fall wird der Umzug in den Semesterferien im Februar 2023 erfolgen, spätestens jedoch in den Osterferien im April 2023“, lässt sich der Gemeindechef eine Option offen.

Auch für den Bezug der neuen Räumlichkeiten des Lauteracher Sozialzentrums hat sich am Termin nichts geändert: „Wir gehen davon aus, dass das Projekt im Frühjahr 2023 bezugsfertig ist“, sieht Jori den beim Spatenstich vor einem Jahr ins Auge gefassten Zeitplan weiterhin gültig. STP

Baustelle mit kahlen Wänden und offenen Installationen, aber das ändert sich bald, die Arbeiten liegen gut im Plan.stp/3
Baustelle mit kahlen Wänden und offenen Installationen, aber das ändert sich bald, die Arbeiten liegen gut im Plan.stp/3
Hausleiter Jori erläutert im Obergeschoss Synergien des Projekts.
Hausleiter Jori erläutert im Obergeschoss Synergien des Projekts.

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