In einem Jahr muss die Entscheidung stehen

Vorarlberg / 24.10.2022 • 20:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bis in einem Jahr müssen sich Land und Gemeinden einig sein, welche Bahnvariante für Bevölkerung und Wirtschaft die beste ist. VN/STiplovsek
Bis in einem Jahr müssen sich Land und Gemeinden einig sein, welche Bahnvariante für Bevölkerung und Wirtschaft die beste ist. VN/STiplovsek

Unterflurtrasse am Bodensee weiterhin nicht erste Wahl für Planer.

Bregenz Am Montagabend trafen sich Bürgermeister, Landesräte und die Planer im fünften Stock des Landhauses, um erneut über die verschiedenen Varianten für den Gleisausbau im Großraum Bregenz zu diskutieren. Notwendig wurde die neuerliche Präsentation der Variantenstudien durch die Prüfung einer weiteren Bauweise: Bergmännisch könnte der Tunnel in geschlossener Bauweise unter der Stadt geschlagen werden.

Dafür gab es Ende August einen Austausch zwischen den Planern der ÖBB und des Landes, Werner Consult, mit jener der Studie der Gemeinden, Zierl-Rhomberg-BDO. Das Fazit von Werner Consult: Die Empfehlung bleibt beim oberirdischen Ausbau. Der bergmännische Bau wäre auch technisch herausfordernd, sowohl der Bau wie auch die Instandhaltung wären teuer. Hinzu komme, dass es im Bereich der beiden Rampen in Lochau und Lauterach ebenfalls nicht ohne Gebäudeabrisse und hohen Flächenverbrauch ginge. Schlussendlich liegen noch Grundwasserschutzgebiete im Weg.

Hinzu kämen das fixe Ende der Haltestelle Bregenz Hafen und der aufwendige Neubau des Bregenzer Bahnhofs und der Haltestellen Lauterach, Lauterach Nord und Bregenz Riedenburg.

Ball liegt bei Politik

Nun liegt der Ball bei den politischen Akteuren im Land. Denn in knapp einem Jahr muss das Zielnetz 2040 von der Bundespolitik beschlossen werden. „Wir sind uns einig, dass wir gemeinsam das Zielbild einer Lösung für das dichtbesiedelte Rheintal gestalten wollen“, betont der zuständige Landesrat Daniel Zadra (Grüne) nach dem Gespräch. Sprich, einerseits müssen in der Raumplanung die Voraussetzungen für die Trassen geschaffen werden. Dafür war auch Landesrat Marco Tittler (ÖVP) anwesend. In einem Prozess wollen nun Land und Gemeinden gemeinsame Zielparadigmen schaffen – sprich, sich auf eine Variante einigen. Hier sieht Zadra durchaus noch Abstimmungsbedarf im Zwiespalt zwischen Mobilität und Lebensraumgestaltung.

Hier unterscheiden sich die Prioritäten. Für Zadra ist eine Totalsperre von Gleisabschnitten tabu. Die Gemeinden haben andere. Bürgermeistersprecher Elmar Rhomberg (Lauterach) betont ebenfalls die gute Gesprächsbasis für den kommenden Prozess, auch er will am gemeinsamen Strang ziehen, aber: „Grundsätzlich sind wir schon ergebnisoffen, wir sehen aber in einer Unterflurlösung den Mehrwert für die Region.“

Die ÖBB sind froh, dass die Tür zum Zielnetz 2040 noch nicht zugeschlagen wurde. Positiv sei auch der gestartete Abstimmungsprozess, die ÖBB stünden für zukünftige Gespräche bereit. VN-RAU

„Für mich ist ganz wesentlich, dass es nicht zu mehrjährigen Totalsperren kommt.“

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