Wälder Tourismussommer über Vor-Corona-Niveau

Vorarlberg / 27.11.2022 • 10:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bregenzerwald Tourismus: Vor einem Jahr übernahm Gerhard Beer (r.) das Obmannamt von Helmut Blank, jetzt geht auch GF Herlinde Moosbrugger in Pension.
Bregenzerwald Tourismus: Vor einem Jahr übernahm Gerhard Beer (r.) das Obmannamt von Helmut Blank, jetzt geht auch GF Herlinde Moosbrugger in Pension.

Bregenzerwald-Tourismus-Geschäftsführerin Herlinde Moosbrugger verabschiedet sich mit Wälder Spitzen-Nächtigungsergebnis.

Egg Nach 23 Jahren an der Spitze des Bregenzerwald Tourismus tritt Herlinde Moosbrugger in wenigen Wochen ihre Pension an und befindet sich nach ihrer eigenen Definition bereits in der Übergabephase. Bei ihrer letzten Jahreshauptversammlung konnte sie dieser Tage noch einmal eine hervorragende Nächtigungsbilanz für den Tourismussommer an ihre Nachfolgerin Conny Kriegner übergeben.

Besser als Sommer 2019

In den Jahren vor Corona verbuchte der Bregenzerwald in der Sommersaison (Mai bis Oktober) jeweils mehr als 800.000 Übernachtungen, 834.000 waren es im Sommer 2019, und heuer wurde dieses Spitzenergebnis mit rund 867.000 Nächtigungen deutlich übertroffen. „Mehr Nächtigungen im Sommer verzeichnete die Region nur in den Ausnahmejahren Anfang der 1990er-Jahre“, setzt Conny Kriegner gegenüber der VN-Heimat die Bilanz des heurigen Sommers in Relation. „Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs gab es in der ehemaligen DDR einen riesigen Nachholbedarf und von diesen Urlaubern hat natürlich auch der Bregenzerwald profitiert“, ergänzt Kriegner und hält fest, dass der Sommer 2022 das beste Ergebnis seit mehr als 25 Jahren brachte.

Saison wird verlängert

Unabhängig von den coronabedingten Problemen, die einen Vergleich mit den Ergebnissen von 2020 und 2021 nur bedingt zulassen, zeigt die Bilanz für den Oktober 2022 einen erfreulichen Trend auf: Mit mehr als 100.000 Nächtigungen wurde ein Ergebnis erzielt, das die erfolgreichen Bemühungen um eine Verlängerung der Saison in den Spätherbst hinein unterstreicht.

Regionale Unterschiede

Im Detail haben sich die 22 Gemeinden der Region im Oktober 2022 unterschiedlich geschlagen. Erfreulichen Zuwächsen von rund 3200 Nächtigungen in Damüls (55,2 Prozent), Bezau (plus 1200/15,4 Prozent) oder Schröcken (1100/45,3 Prozent) stehen Einbußen in Riefensberg (minus 1800/61,5 Prozent), Mellau (1400/10,4 Prozent) und Reuthe (1000/11,9 Prozent) gegenüber.
Auch für den Zeitraum Mai bis Oktober zeigen sich im Vergleich mit dem Sommer 2019 interessante Entwicklungen. Insgesamt verzeichnete die Region einen Nächtigungszuwachs von gut 33.000 Übernachtungen, das sind vier Prozent. Trotzdem mussten 14 der 22 Gemeinden Rückgänge in Kauf nehmen, meist in geringem Ausmaß, nur Riefensberg tanzt mit einem Minus von rund 6000 Nächtigungen, das sind mehr als 43 Prozent, negativ aus der Reihe.
Größte Gewinner waren Damüls mit einem Plus von rund 15.000 Übernachtungen (knapp 16 Prozent). Mit jeweils 12.000 zusätzlichen Nächtigungen konnten auch Schröcken (plus 43,9 Prozent) und Warth (plus 31,3 Prozent) ebenfalls stark zulegen, wobei der Brand beim Hotel Jägeralpe ein noch besseres Ergebnis für Warth verhinderte. Nächtigungszuwächse von jeweils rund sieben Prozent verzeichneten auch Au (plus 8000 Nächtigungen) und Mellau (plus 7000).
Durch das erfreuliche Sommerergebnis wurde auch das Gesamtergebnis für das Tourismusjahr (1. November 2021 bis 31. Oktober 2022) deutlich verbessert. Insgesamt wurden 1.698.000 Übernachtungen registriert. Damit erzielte die Region ein Ergebnis, das nur noch rund 56.000 Nächtigungen (3,3 Prozent) unter dem Vor-Corona-Jahr 2018/19 liegt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass im Tourismusjahr 2021/22 die Monate November bis Februar durch Corona stark beeinträchtigt waren und es in diesen vier Monaten im Vergleich mit einem normalen Winter Ausfälle von gut 200.000 Nächtigungen gab.

Personalwechsel zweiter Teil

Neben der Präsentation erfreulicher Zahlen stand bei der Generalversammlung eine wichtige Personalentscheidung an: Nach dem Wechsel an der Spitze, vor einem Jahr übernahm Gerhard Beer die Obmannschaft von Helmut Blank, der dieses Amt mehr als 23 Jahre lang ausübte, gibt es jetzt im zweiten Teil auch einen Wechsel in der Geschäftsführung: Herlinde Moosbrugger wird nach 24 Jahren als Geschäftsführerin Anfang 2023 ihren Ruhestand antreten und arbeitet an einer reibungslosen Übergabe. STP

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