Ein Vierteljahrhundert Käsetradition im Bregenzerwald

Vorarlberg / 30.11.2023 • 16:26 Uhr
Zusammenarbeit von Käsestraße und Tourismus: die Geschäftsführerinnen Christina Rusch und Cornelia Kriegner (l.).
Zusammenarbeit von Käsestraße und Tourismus: die Geschäftsführerinnen Christina Rusch und Cornelia Kriegner (l.).

Die Käsestraße ist nach 25 Jahren nicht mehr wegzudenken.

Lingenau Zum 25-Jahr-Jubiläum hatte die Käsestraße Bregenzerwald ins „Hauptquartier“ – den Käsekeller in Lingenau – geladen, um Rückschau auf zweieinhalb erfolgreiche Jahrzehnte zu halten und einen Ausblick auf das nächste Vierteljahrhundert zu geben.

Nachhaltige Käsestraße

An der Spitze der Gratulanten fanden sich unter anderem Landesrat Christian Gantner, Karl Heuhofer, Obmann der Arge Heumilch,
und der Präsident der Österreichischen Landwirtschaftskammer Josef Moosbrugger ein. Moosbrugger brachte es in seiner Grußbotschaft auf den Punkt: In der Landwirtschaft gebe es immer wieder gut gemeinte Initiativen zur Stärkung und Förderung klein strukturierter Familienbetriebe, viele davon würden leider bald wieder scheitern. Nur wenige hätten viele Jahre Bestand und könnten nachhaltig etwas bewegen. Die Käsestraße sei ein herausragendes Beispiel dafür. Die Landwirtschaft schulde den Pionieren, Verantwortlichen sowie den 170 Mitgliedern der Käsestraße für ihr großes Engagement Dank und Anerkennung. Es sei der Region zu wünschen, dass sie die erfolgreiche Arbeit auch in Zukunft fortsetzen werde.

Bescheidene Jubiläumsfeier

Als die Käsestraße am 22. Mai 1998 mit einem Galaabend in der Kaufmann-Werkhalle in Reuthe gegründet wurde und in der ganzen Region im Rahmen einer großen Festwoche Dutzende Veranstaltungen organisiert wurden, sprach man im Bregenzerwald davon, dass es seit der Eröffnung der Wälderbahn im Jahre 1902 keine derart flächendeckende Veranstaltung mehr gab.

2008 wurde das zehnjährige Jubiläum spektakulär gefeiert: Auf der L 200 in Andelsbuch wurde eine 478,75 Meter lange Käsetafel aufgebaut, an der 1700 Festgäste Platz nahmen und Käsespezialitäten genossen. Ein Jahrzehnt später traf man sich zum 20-Jahr-Fest in den Bezauer Wirtschaftsschulen. Käsestraßenpionier Erich Schwärzler betonte stolz, dass die Käsestraße jetzt „Erntedank feiern“ darf.

Jetzt, zum silbernen Jubiläum, gab man sich bescheidener und lud zu einer internen Feier in den Käsekeller nach Lingenau ein. Der 2003 eröffnete, für gut 32.000 Käselaibe ausgelegte und 2022 auf mehr als 50.000 Laibe erweiterte Reifekeller ist ein Symbol für die Idee der Käsestraße. Diese positioniert sich als Verein zur Förderung der Bregenzerwälder Käsekultur und vereint rund 170 Mitglieder. Sie deckt in Kooperation mit Gemeinden, Alpen, Landwirten, Sennereien, Gastwirten, Hotels sowie dem Handwerk und dem Tourismus den gesamten Bereich der Käseherstellung und -vermarktung ab.

Die Käsestraße, so Obmann Max Bereuter, sei im Vorfeld des EU-Beitritts entstanden, um die Zukunft der Wälder Landwirtschaft zu sichern. Ohne die Käsestraße wäre für einen Großteil der klein strukturierten landwirtschaftlichen Betriebe in dieser Umbruchszeit – in der u. a. der Milchpreis praktisch über Nacht um mehr als 40 Prozent eingebrochen ist – ein wirtschaftliches Überleben nicht möglich gewesen. „Wir haben mit der Käsestraße die richtige Antwort gegeben und werden dies auch in Zukunft tun“, gab sich Bereuter zuversichtlich. STP

„Als Antwort auf die neuen Herausforderungen hat die Käsestraße die Existenz vieler landwirtschaftlicher Betriebe gesichert.“

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