Kleine Rennläufer groß in Fahrt

Vorarlberg / 03.01.2025 • 16:41 Uhr
Kleine Rennläufer groß in Fahrt
Trotz schwieriger Bedingungen meisterten zahlreiche Nachwuchs-Skifahrer ihr erstes Rennen bravourös. Steurer/alle

Erstmals seit 2018 ging im Skigebiet Schetteregg wieder das traditionelle “Dinorennen” über die Piste.

Egg “Das war echt super”, sagt Philipp Holl (37) mit einem Lächeln im Gesicht im Zielraum des “Dinorennens” in Schetteregg, während er seinen Sohn Benno umarmt. Vor zwei Jahren hat dieser in dem kleinen Bregenzerwälder Skigebiet das Ski fahren gelernt. Nun hat der Fünfjährige soeben Schwung um Schwung durch die Tore gezogen und sein erstes Rennen gemeistert. Sehr zum Stolz des Papas, der früher selbst Rennen gefahren und staatlich geprüfter Skilehrer ist.

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Philipp Holl und sein Sohn Benno: Der Fünfjährige meisterte gerade sein erstes Rennen.

Benno zählt zu den jüngsten Teilnehmern des Rennens und den ersten Startern auf verkürzter Strecke. “Insgesamt sind heuer 233 Kinder im Alter zwischen drei und 15 Jahren aus Vorarlberg und Deutschland gemeldet”, erzählt Hans Waldner vom Veranstaltungsteam des Schiclubs Egg und wirkt etwas erleichtert. Das “Dinorennen” hat seinen Namen einst von den Preisen in Form von Stofftieren verpasst bekommen und wird seit 1994 traditionell in den Weihnachtsferien in Schetteregg abgehalten. Zuletzt konnte dieses allerdings aufgrund Schneemangels und der Pandemie im Jahr 2018 ausgetragen werden.

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Das Rennen wird diesmal auf der Piste neben dem Brongenschlepplift ausgetragen.
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Ein Bild für das Familienalbum darf nicht fehlen.

Nun hat Frau Holle heuer auch tiefer gelegenen Skigebieten wieder einen durchgängigen Weihnachtsbetrieb gewährt. In der Nacht auf Freitag gab es Schnee-Nachschub und in Schetteregg fallen auch am Vormittag Flocken vom Himmel. “Seit gestern hat es zwanzig Zentimeter geschneit”, berichtet Hans Waldner, der deshalb wie etliche Mitstreiter seit 6 Uhr Früh auf den Beinen ist. “Das macht das Rennen natürlich schwieriger und wir haben mehr Helfer bzw. Personal gebraucht.”

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Der ehemalige Europacup-Läufer Günther Alster war 1994 Mitinitator des Dinorennens. Heute zählt er zu den über 40 Helfern und fiebert mit seinen beiden Enkeln mit.
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Auch die Jüngsten sind mit Eifer dabei.

Zudem hatte es im Vorfeld schon eine Änderung gegeben. “Heuer mussten wir auf diese Piste mit Kunstschnee ausweichen, weil beim anderen Hang der Schnee für das Rennen zu knapp war”, erklärt der Skiklub-Obmann weiter, hat dabei die Strecke neben dem sogenannten Brongen-Schlepplift und den Himmel stets im Blick und fügt hinzu: “Jetzt scheint die Sicht besser zu werden.”

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Kurze Besprechung: Skiklub-Obmann Hans Waldner und Sohn Tobias, der die Strecke als Vorläufer getestet hat.

An diesem Vormittag erschweren dichte Wolken und Neuschnee zwar die Sicht und die Bedingungen beim Kinderrennen. Generell wäre es aber viel Schnee, den sich in Anbetracht der wirtschaftlich schwierigen Situation viele für das Skigebiet Schetteregg wünschen. Allen voran Waldner. “Sollte der Betrieb eingestellt werden, wäre das für den Skiklub natürlich eine Katastrophe”, sagt der Funktionär und verweist auf 500 Mitglieder sowie bis zu 70 Kinder, die jedes Wochenende am Training teilnehmen. Hinzu kommen noch die Kleinsten, die ihre ersten Schwünge im Kinderland üben.

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Diese junge Teilnehmerin ging es sportlich mit Rennanzug an.

Mit dem “Dinorennen” wird nun schon seit 30 Jahren in Schetteregg versucht, Kinder für den Skisport zu begeistern. “Das ist eines der wenigen Kinderrennen, wo es nicht so hochprofessionell hergeht und der Spaß im Vordergrund steht. Ich kenne auch kein anderes, wo es so viele Teilnehmer gibt”, meint Waldner.

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Gerhard Thaler und Mario Meusburger kümmern sich um die Zeitnehmung.

Ein breites Grinsen hat unterdessen trotz Dauerschneefalls nicht nur Benno nach seinem ersten Rennen, sondern auch sein Kollege und Lokalmatodor Luis im Zielraum im Gesicht. Auch der Siebenjährige hat sich wacker geschlagen. “Das war gut”, meint er.

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Lokalmatador Luis ist mit seiner Fahrt zufrieden.