Gebühren-Explosion und Zahlentrick: Hickhack um Lecher Budget

“Die Betriebe haben diese Belastung zu tragen”, kritisiert die Liste “Unser Dorf”.
Lech Die Lecher Gemeindevertretung hat das Budget für 2026 beschlossen. Der Beschluss war einstimmig, reibungslos ist die erste Sitzung des Jahres allerdings nicht verlaufen. Die Liste “Unser Dorf” wollte dem Voranschlag ursprünglich nicht zustimmen. Gemeinderat Thomas Eggler (67) kritisiert unter anderem, dass die Sanierung des Budgets zum größten Teil über Mehreinnahmen aus Gebühren und Abgaben erfolgt ist: “Die gemeindeeigenen Abgaben sind von 2020 auf 2026 um sechs Millionen Euro gestiegen. Damit ist einmal mehr klar, wer diese Belastung zu tragen hat: die Lecher Betriebe. Leider haben sich die Erlöse in den Betrieben in diesem Zeitraum nicht um 48 Prozent erhöht”, rechnet Eggler vor. Außerdem sei eine Forderung aus dem Prüfungsbericht aus dem Jahr 2020, wonach Überschüsse aus Wasser-, Abwasser- und Müllgebühren ausschließlich für zukünftige Aufwendungen in diesem Bereich verwendet werden dürfen, bis heute nicht erfüllt worden.

Die Gemeinde Lech geht im laufenden Jahr mit Einnahmen in Höhe von 31,7 Millionen Euro (plus 2,9 Millionen Euro gegenüber 2025) aus, die Ausgaben belaufen sich laut Voranschlag auf 31,5 Millionen Euro. “Die Gemeinde Lech prognostiziert erstmals seit fünf Jahren ein positives Budget”, freut sich Bürgermeister Gerhard Lucian (62). Besonders auffällig sei, dass die Erlöse aus dem Besitz der Gemeinde mit Einnahmen aus Baurechtszinsen und aus deren wirtschaftlichen Tätigkeiten wie den Vermietungen im Dorfhus und in den Lechwelten im Vergleich zu 2025 noch einmal um 50 Prozent wachsen, wie Vizebürgermeister Elias Beiser unterstreicht: “Aus Investitionen werden nun immer mehr Erträge. 2026 können bereits 1,5 Millionen Euro damit eingenommen werden. Das Geld kommt zurück.” Der Schuldenstand wird mit rund 51 Millionen Euro angegeben.

“Unser Dorf” relativiert diese Zahl und verweist auf die geplante Sanierung und Fertigstellung der Einfahrt der Parkgarage Anger und die Umgestaltung des Kirchhügels: “Durch die Auslagerung der Investitionen an die Angergarage und die Übernahme der jährlichen Zins- und Tilgungsbelastung für die nächsten 25 Jahre gelingt es, diese Schulden im Haushalt der Gemeinde nicht darstellen zu müssen. Mit allen ausgelagerten Firmen hat die Gemeinde Lech mit 31. Dezember 2025 laut Präsentation einen Schuldenstand von 63,2 Millionen Euro und nicht 51 Millionen Euro“, erläutert Eggler. Dass die drei Mandatare der Liste dem Budget letztlich doch zugestimmt haben, begründet er damit, dass es „durch die Herausnahme von 900.000 Euro an Investitionen im Jahr 2026 zum ersten Mal gelingt, die Summe der Darlehen konstant zu halten“.