Glück auf! Die Frau des Landesstatthalters wird Tunnelpatin

Am Freitag beginnt der Bau des Haupttunnels in der Felsenau.
Darum geht’s:
- Bau des Feldkircher Stadttunnels beginnt offiziell.
- Symbolischer Tunnelanschlag am Freitag.
- Julia Bitschi wird Tunnelpatin des Großprojekts.
Feldkirch Mit der Anschlagfeier am kommenden Freitag in der Felsenau beginnt offiziell der Bau des Haupttunnels des Feldkircher Stadttunnels. Das Großprojekt, für das 385 Millionen Euro veranschlagt sind und das eines der größten Infrastrukturprojekte des Landes ist, war im vergangenen Jahr durch einen fünfmonatigen Teilbaustopp gebremst worden. Auslöser waren Abweichungen bei der Baustelleneinrichtung in der Felsenau vom UVP-Bescheid – eine juristische Auseinandersetzung folgte. Die Arbeiten wurden im November 2025 wieder aufgenommen. Der Vortrieb für den Haupttunnel hätte eigentlich schon im Herbst starten sollen.

Arbeiten am Lüftungsturm
In den vergangenen Monaten wurden bereits umfangreiche Arbeiten an verschiedenen Orten in Feldkirch und Frastanz für die Baustelleneinrichtung durchgeführt. In der Duxgasse entstand etwa eine Lärmschutzwand, und auf der Letze begannen die Vorbereitungen für den Lüftungsschacht, der rund zehn Meter hoch und 6,3 Meter breit sein wird.
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Das Großprojekt war in den vergangenen Jahren immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Bereits 2013 hatten die Betreiber – das Land Vorarlberg, die Stadt Feldkirch und die Vorarlberger Energienetze GmbH – bei der Abteilung Straßenbau des Landes die Genehmigung nach dem Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz (UVP) beantragt. Zwei Jahre später, 2015, erteilte die Vorarlberger Landesregierung als zuständige UVP-Behörde grünes Licht. Gegner des Tunnels, darunter vor allem Anrainer und Klimaschützer, bekämpften das von der Landesregierung forcierte Vorhaben bis vor die Höchstgerichte, letztlich jedoch ohne Erfolg.

Tradition im Tunnelbau
Für Aufmerksamkeit sorgt unterdessen die Wahl der Tunnelpatin: Diese Rolle übernimmt Julia Bitschi, die Ehefrau des zuständigen Landesstatthalters Christof Bitschi (FPÖ). Dass bei großen Tunnelprojekten im Land häufig das private Umfeld des jeweils ressortzuständigen Politikers diese ehrenamtliche Funktion übernimmt, ist keine Ausnahme. Bereits beim Erkundungsstollen Tisis im Jahr 2023 fungierte Ingrid Matt, die Ehefrau des damaligen Feldkircher Bürgermeisters Wolfgang Matt, als Tunnelpatin. Der Patin kommt dabei eine traditionsreiche, symbolische Aufgabe zu, wie Projektleiter Bernhard Braza damals betonte: “Sie ist während der Bauphase die irdische Vertreterin der Heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Tunnelbauer und Mineure, und soll bei allen Tätigkeiten unter Tage Glück bringen und helfen, Unfälle zu vermeiden.” Das Vorschlagsrecht liegt dabei bei der Tunnelbaufirma bzw. bei der Vortriebsmannschaft.
Fertigstellung bis 2030
Ein Blick auf vergangene Tunnelprojekte zeigt, dass diese Praxis im Land durchaus üblich ist: 2008 wurde beim Baustart der zweiten Röhre des Pfändertunnels Angelika Rein, die Ehefrau des damaligen Landesrats für Straßenbau Manfred Rein, zur Patin ernannt. Und beim Ambergtunnel setzte 2002 Sabine Berchtold, die Ehefrau des damaligen Feldkircher Bürgermeisters Wilfried Berchtold, mit der letzten Sprengung in der Oströhre den feierlichen Schlusspunkt unter die Bauarbeiten.
Nach einer Segnung durch Generalvikar Hubert Lenz erfolgt am Freitag dann der symbolische Tunnelanschlag. Das Projekt, das aus einem unterirdischen Kreisverkehr mit vier Tunnelästen besteht, muss laut dem UVP-Baubescheid, in dem umfangreiche Auflagen vorgesehen sind, bis 2030 fertig sein.