Mieten weiter stark gestiegen

Vorarlberg / 15.03.2026 • 14:27 Uhr
Mieten weiter stark gestiegen
Auf 786,35 Euro belief sich die durchschnittliche Miete inklusive Betriebskosten hierzulande im vergangenen Jahr. Mehr als in jedem anderen Bundeslande. Foto: APA

Vorarlberg: Mit 4,1 Prozent im vergangenen Jahr auf das höchste Gesamtniveau österreichweit.

SCHWARZACH. Wohnen wird nicht billiger: In Vorarlberg ist die durchschnittliche Miete inklusive Betriebskosten im vergangenen Jahr um 4,1 Prozent gestiegen. Und zwar sowohl pro Quadratmeter (auf 11,78 Euro) als auch pro Wohnung. Hier wurde mit 786,35 Euro sogar das höchste Niveau österreichweit erreicht.

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Pro Quadratmeter handelte es sich in Tirol und Salzburg mit jeweils rund zwölf Euro um etwas mehr. Das ist Daten der Statistik Austria zu entnehmen, die auf einer sogenannten Mikrozensus-Erhebung beruhen. Bei einer solchen werden über 20.000 Haushalte befragt. Österreichweit belief sich die durchschnittliche Miete im vergangenen Jahr auf 10,20 Euro pro Quadratmeter und 674,57 Euro pro Wohnung. Am niedrigsten war sie mit 7,65 Euro pro Quadratmeter im Burgenland und 542,64 Euro pro Wohnung in Kärnten.

Mieten weiter stark gestiegen
„Wenn uns die Inflation nicht um die Ohren fliegt, wird die Mietpreisbremse kaum wirksam werden”, erklärt Michael Klien. Foto: WIFO

Laut Michael Klien, dem Wohnbauexperten am Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO, gibt es keinen Anhaltspunkt dafür, dass Mietwucher oder dergleichen zur Entwicklung geführt hat: Ausschlaggebend sei die allgemeine Teuerung der Vorjahre. Vor allem auch Betriebskosten hätten sich „sehr dynamisch“ entwickelt. Bei ihnen kommen unter anderem Dienstleistungen und Versicherungen, aber auch Energiekosten ins Spiel.

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Dass Mieten in Vorarlberg teurer ist als in anderen Bundesländern, ist nichts Neues. Zu tun hat das unter anderem damit, dass der Anteil von Genossenschafts- bzw. gemeinnützigen Wohnungen mit kaum mehr als einem Viertel (26,4 Prozent) am niedrigsten und jener der privaten Wohnungen, die auf dem freien Markt vergeben werden, am höchsten ist; er beträgt 55,4 Prozent. In Wien ist er mit 22 Prozent nicht einmal halb so groß. „Die Mietpreis-Unterschiede hängen stark mit der Größe verschiedener Segmente zusammen“, bestätigt Klien im Gespräch mit den VN.

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Der Dornbirner sieht aber noch weitere Faktoren. So zeigen die Daten der Statistik Austria, dass die Zahl der Mietwohnungen hierzulande in den vergangenen Jahren kaum noch zugenommen hat. Zuletzt belief sie sich auf rund 62.200. Dahinter stecke nicht zuletzt die Krise auf dem Bau, die zu weniger Fertigstellungen geführt hat, so Klien. Daneben sei das Angebot an freien Mietwohnungen auch deswegen zurückgegangen, weil sich viele kein Eigentum mehr leisten konnten und daher in einer Mietwohnung bleiben mussten. Das habe „natürlich“ zu Mietpreissteigerungen beigetragen.

Mit Prognosen ist Michael Klien vorsichtig. Niemand weiß, was durch den Krieg im Nahen Osten alles ausgelöst wird: „Wenn uns die Inflation nicht um die Ohren fliegt, wird die Mietpreisbremse kaum wirksam werden.“ Das wäre erst ab drei Prozent Inflation der Fall. Dann dürften Mieten laut der im vergangenen Jahr beschlossenen Maßnahme nur noch um die Hälfte des darüber hinausgehenden Wertes erhöht werden. Bei fünf Prozent Inflation beispielsweise also nur um vier Prozent.

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Und selbst wenn diese Bremse greifen würde, hätte das laut Klien ausschließlich Einfluss auf laufende Mietverträge. Bei neuen würde es von vornherein zu entsprechenden Anpassungen kommen: „Es ist daher nicht erwartbar, dass sich das Mietniveau insgesamt ändern wird.“