Ringen um Wasserversorgung in Vorarlberg

Provisorische Brunnen-Inbetriebnahme im Bregenzerwald, Spannung im Hinblick auf den Winter.
SCHWARZACH. Beim Brunnen „Stiegeln“ auf dem Gemeindegebiet von Schwarzenberg sind die Bohrungen abgeschlossen. Die reguläre Inbetriebnahme durch den Trinkwasserverband Bregenzerwald ist für Ende 2027, Anfang 2028 geplant.
„Aufgrund des derzeit bestehenden Trinkwasserdefizits der Gemeinde Egg musste der Brunnen jedoch bereits vorläufig und provisorisch in Betrieb genommen werden“, erklärt der Geschäftsführer des Verbandes, Reinhard Schmelzenbach: So könne das Defizit abgedeckt werden, könne sowohl die Versorgung in Schwarzenberg als auch in Egg sichergestellt werden.
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Es ist ein Beispiel dafür, wie in Folge der extremen Trockenheit der vergangenen Monate um Wasser gerungen wird: Es ist nicht mehr überall „ohne Ende“ vorhanden, aber möglich, Engpässe auszugleichen. „Wir brauchen keine Rationierung oder Verordnung zur Einschränkung“, erklärt Wolfram Hanefeld, Chef der Abteilung Wasserwirtschaft des Landes: „Jeder und jede ist aufgefordert, bewusst mit Wasser umzugehen, Grund zur Sorge gibt es für die öffentliche Versorgung jedoch weiterhin keine.“ Aufrufe der Gemeinden, sparsam zu sein, hätten ausschließlich vorsorglichen Charakter.
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Selbstverständlich ist das nicht: Die Grundwasserstände sind in den vergangenen Wochen weiter zurückgegangen. Mitte August lagen die Pegelstände landesweit unter dem Mittelwert, sechs von zehn auf dem tiefsten Niveau für diese Jahreszeit und jeder zehnte auf dem tiefsten Stand, der überhaupt jemals gemessen worden ist. Bei einer der Messstationen Feldkirch-Tosters etwa ist das seit Wochen der Fall – und zwar bei sinkender Tendenz (siehe Grafik).
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Ab sofort könnte es zwar vermehrt regnen, ob es zur Normalisierung der Verhältnisse kommt, ist jedoch fraglich. Zumal die Tiefststände quasi zur Unzeit erreicht worden sind, wie Hanefeld bestätigt: „Üblicherweise“ gebe es im Sommer Höchststände und erst im Winter Tiefststände. „Jetzt ist das schon im August der Fall.“
Längerfristige Prognosen sind mit Unsicherheiten behaftet, wie Hanefeld betont. Ihnen zufolge könnte sich der September „noch etwas zieren“ mit Niederschlägen und es im Oktober und im November vielleicht durchschnittliche und überdurchschnittliche geben. In Summe würde das aber kaum ausreichen, um zumindest wieder in den Bereich der mittleren Grundwasserstände zu kommen.

Für die öffentliche Wasserversorgung würde ein weiterer Rückgang in der kälteren Jahreszeit keine Gefährdung bedeuten, betont Hanefeld: „Einzelne private Brunnen, die zu seicht gebohrt worden sind, könnten jedoch trockenfallen.“ Bei Wärmepumpen könnte es dadurch zum Ausfall der Heizung kommen: „Das ist ein Szenario, das vereinzelt auftreten könnte.“
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Abgesehen davon bestehe wie gesagt kein Grund zur Sorge: 96 Prozent der Bevölkerung des Landes werde über Wasserversorgungsanlagen versorgt, bei denen es mehrere Brunnen oder Quellen oder Verbundleitungen zu einer Nachbargemeinde gebe. Daneben könnten zusätzlich zum Beispiel auch oberirdische Leitungen errichtet werden, falls ebensolche für den Übergang notwendig werden sollten.