Neuer Klimawächter im All

Welt / 22.11.2020 • 22:24 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der „Sentinel 6 Michael Freilich“ soll 2025 einen zweiten, identischen Satellitenkollegen im All bekommen. AFP/European Space Agency
Der „Sentinel 6 Michael Freilich“ soll 2025 einen zweiten, identischen Satellitenkollegen im All bekommen. AFP/European Space Agency

Satellit “Sentinel 6” ist zur Ozeanbeobachtung ins All gestartet.

Vandenberg Der Satellit „Sentinel 6 Michael Freilich“, der die Ozeane der Erde beobachten und kartieren soll, ist erfolgreich ins All gestartet. Er hob  an Bord einer Falcon 9 Trägerrakete des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX von der Vandenberg Air Force Base in Kalifornien ab. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa übertrug am Samstagmorgen (Ortszeit) den Start live auf ihrer Webseite. Eine Stufe der Rakete kehrte wenig später zurück zur Erde und soll von SpaceX erneut genutzt werden.

Der Satellit soll die Veränderungen des Meeresspiegels als schwerwiegende Folge des Klimawandels akkurat vermessen und Informationen für Wettervorhersagen liefern. Die Mission ist eine Kooperation der Nasa, der Europäischen Weltraumorganisation Esa, der meteorologischen Satellitenagentur Europas, Eumetsat, und der US-Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA. Im Rahmen des Erdbeobachtungsprogramms Copernicus soll der Satellit von einem Kontrollzentrum bei Eumetsat von Darmstadt aus gesteuert werden.

Bereits drei Tage nach dem Start will Eumetsat damit beginnen, die ersten Daten zu verarbeiten. Die Wissenschaftler rechnen mit Messungen „von bisher unerreichter Genauigkeit“, sagte Eumetsat-Generaldirektor Alain Ratier in einer Mitteilung.

„Dadurch wird eine exaktere Vorhersage von Extremwetterereignissen und bestimmten klimatischen Bedingungen ermöglicht, die stark von den Meeren beeinflusst werden, wie Hitzewellen, tropische Wirbelstürme und ungewöhnlich warme oder kalte Sommer und Winter.“ Der Satellit scannt in zehn Tagen 95 Prozent der globalen Meeresoberfläche – aus einer Höhe von mehr als 1300 Kilometern. Er ist nach Michael H. Freilich, ehemaliger Direktor der Nasa-Erdbeobachtungsabteilung, benannt.

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