Ein Herz für Herzkranke

Wetter / 22.03.2013 • 18:57 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Karl Baur hat ein großes Herz für Herzpatienten. Foto: VN/Paulitsch
Karl Baur hat ein großes Herz für Herzpatienten. Foto: VN/Paulitsch

Karl Baur engagiert sich seit Jahren im Verein „Herz im Takt“ und im Herzverband.

Bregenz. (VN-mm) Sein Terminkalender ist randvoll. „Wie bei Pensionisten eben üblich“, scherzt Karl Baur. Das Engagement des rüstigen Bregenzers konzentriert sich dabei hauptsächlich auf Anliegen, die dem Gemeinwohl dienlich sind. Die Seniorenbörse zählt dazu. Aber sein Herz gehört im wahrsten Sinne des Wortes dem Herzen. Als der Arbeitskreis für Vorsorge- und Sozialmedizin vor 20 Jahren die koronaren Turngruppen von einem Tag auf den anderen fallenließ, war es Karl Baur, der sie auffing.

Familiäre Vorbelastung

Er wollte einfach nicht, dass es aufhört. Denn nach einem schweren Herzinfarkt fand er unter anderem dank dieses Angebotes neuen Lebensmut. Heute leitet er den Verein „Herz im Takt“ und motiviert auf diese Weise schon weit über 100 Herzkranke zu regelmäßiger Bewegung. Außerdem arbeitet Baur als Vizeobmann beim Vorarlberger Herzverband mit. Auch den Herztag hat er organisiert, der heute im Panoramasaal des Landeskrankenhauses Feldkirch stattfindet. „Langeweile kenne ich nicht“, sprüht aus ihm jede Menge Tatendrang.

Den Vater von zwei erwachsenen Kindern „erwischte“ der Herzinfarkt mit 48. Die familiäre Vorbelastung schlug mit aller Härte durch. „Mein Vater starb am zweiten Herzinfarkt“, erzählt Karl Baur. Was den Sohn jedoch nicht davon abhielt, zu sporteln, was das Zeug hielt. Judo, Bergwandern, Skifahren, Radfahren: Er ließ nicht viel aus. Dann, 1992, der Herzinfarkt mit anschließender 4-fach-Bypass-Operation. Vor zwei Jahren musste ihm wegen Herzrhythmusstörungen zusätzlich ein Herzschrittmacher eingepflanzt werden. „Mit dieser Ausrüstung sollte eigentlich nichts mehr passieren“, merkt Karl Bauer an. Und in seinen Augen blitzt der Schalk eines Junggebliebenen auf.

Aber er weiß auch um die Kehrseite der Medaille. Seit dem Vorfall lässt er sich regelmäßig einmal im Jahr von seinem Kardiologen auf Herz und Nieren prüfen. „Das hätte man vielleicht schon früher machen können“, meint er selbstkritisch. Neun Monate dauerte es, bis Karl Baur auf die Beine kam und wieder in seinen Beruf als technischer Angestellter einsteigen konnte. Zum Glück habe er einen sehr rücksichtsvollen Arbeitgeber gehabt. Anfangs agierte der Herzpatient noch sehr vorsichtig. Inzwischen tut er das, was ihm schon vorher am meisten Spaß machte. „Nur halt nicht mehr wie ein 27-Jähriger.“

Mit gutem Beispiel voran

Er versucht auch, Stress zu vermeiden, das Leben insgesamt in ruhigeren Bahnen zu halten. Bei der Bewegung geht Karl Baur ebenfalls mit gutem Beispiel voran. Den sechs Herzgruppen, die einmal wöchentlich unter medizinischer Aufsicht trainieren, will der Obmann ein Vorbild sein. Was diesen am meisten freut: „Wir sind der einzige Verein ohne Nachwuchssorgen.“ „Herz im Takt“ schlägt laut und vernehmlich. Die Folder, die in Reha-Kliniken aufliegen, zeigen Wirkung. Aber auch Ärzte weisen ihre Herzpatienten gerne zu.

Karl Baur erwartet unterdessen sehnsüchtig den Frühling. Denn die erste Ausfahrt mit dem Wohnmobil steht an. Auftakt zu einer Reisesaison, die schon Tradition hat. Im Frühjahr und Herbst sind Karl Baur und seine Partnerin auf Achse. Den Sommer verbringen sie daheim. „Da ist es bei uns doch auch schön“, sagt er. Stimmt.

Die Kontrollen hätte man schon früher machen können.

Karl Baur

Zur Person

Karl Baur

Geboren: 29. November 1944 in Lindenberg/Allgäu

Wohnort: Bregenz

Familienstand: Partnerin, 2 Kinder

Tätigkeiten: Obmann des Vereins „Herz im Takt“, Vizeobmann des Herzverbandes

Hobbys: Skifahren, Wandern, Radfahren, Reisen mit dem Wohnmobil