Fasziniert von der Magie

Wetter / 05.05.2013 • 17:31 Uhr
Der junge Filmemacher Julien Nagel aus Dornbirn wäre am liebsten nur noch Regisseur bei großen Spielfilmproduktionen. Foto: VN/Hartinger
Der junge Filmemacher Julien Nagel aus Dornbirn wäre am liebsten nur noch Regisseur bei großen Spielfilmproduktionen. Foto: VN/Hartinger

Mit erst 24 Jahren ist Julien Nagel bereits selbstständiger und gefragter Filmemacher.

Dornbirn. (VN-mok) Aus 27 für die Reihe „v-shorts“ eingereichten Vorarlberger Kurzfilmen wählte die Jury drei aus, darunter auch Julien Nagels Produktion „With Pleasure – What do you desire?“. Die Gewinnerfilme werden im Rahmen des Alpinale Kurzfilmfestivals 2013, das vom 6. bis zum 10. August in Nenzing stattfinden wird, zu sehen sein.

Den 24-jährigen Dornbirner freut es, dass der Film so viel positives Feedback bekommen hat. Und das, obwohl er erst seit Kurzem im Geschäft ist. Nach der Matura absolvierte der gebürtige Bregenzer nämlich an der Fachhochschule Vorarlberg erfolgreich ein Studium zum Bachelor of Arts in Business und begann im Jahr 2009 ein Praktikum bei einer Bank.

Doch der Handel mit Währungen und Wertpapieren wurde Julien bald zu langweilig. „Ich konnte meinen kreativen Drang dort nicht ausleben“, erzählt der Filmemacher. Schon als Kind habe er sogar einmal den Tisch bemalt, weil es kein Papier mehr gab. Später wirkte er bei der Schülerzeitung mit und entwickelte Rennstrecken für Computerspiele. Deshalb kehrte er dem Bankerdasein schließlich den Rücken und wagte sich an seinen „größten und zugleich unrealistischsten Traum“: das Filmemachen.

Geglückter Senkrechtstart

Seine Ersparnisse investierte Julien in eine Filmausrüstung und eignete sich das nötige Wissen mithilfe von Büchern, Zeitschriften und dem Internet an. Zu seiner Überraschung war er mit seinem ersten Projekt auch gleich erfolgreich. So belegte er mit seinem Kurzfilm „Live your Dream“ im Februar 2011 den zweiten Platz beim Kurzfilmwettbewerb des ORF. Dadurch wurde eine Schweizer Firma auf den 24-Jährigen aufmerksam und stellte ihn ein. „Dort habe ich von der Pike auf gelernt, was es bedeutet, Filmemacher zu sein.“ Währenddessen stellte er noch zwei Kurzfilme auf die Beine: „Beautifully fucked up“, der bei der 6. Langen Nacht des kurzen Films Premiere feierte, sowie „Jack Salinger“.

Daraufhin beschloss der junge Mann, sich als Filmemacher und Regisseur selbstständig zu machen und seine eigene Firma „Films & Magic Julien Nagel“ zu gründen. Damit ist der Dornbirner auch recht erfolgreich und freut sich über immer mehr spannende Aufträge von bekannten Unternehmen. Vor allem Festivals sieht er als Chance, seine Arbeit mit interessiertem Publikum zu teilen. Seine privaten Projekte – hauptsächlich Kurzfilme – werden unter dem Schirmprojekt „Juvenile Entertainment“ zusammengefasst.

Dazu zählt auch sein aktuell ausgezeichnetes Werk „With Pleasure“, in dem es um ein gesellschaftliches Tabuthema geht, wie der Filmemacher erklärt. „Aus Angst, verurteilt zu werden, trennen manche Menschen Teile ihrer Persönlichkeit von sich ab – darunter auch ihre Lust. Dem habe ich mit der Protagonistin Kate einen extremen Gegenpol entgegengestellt. Sie lebt ihre reine, animalische Natur aus, worin sie Ekstase findet.“

Eine kreative Spielwiese

Was dem jungen Talent bei seinen Filmprojekten am meisten Spaß macht, ist die Zusammenarbeit mit anderen Menschen: „Darin liegt für mich etwas Magisches und Faszinierendes.“ Während seiner Arbeit genießt er es, sein kreatives Potenzial auszuschöpfen. Juliens größter Traum wäre es, bei einem James-Bond-Film Regie zu führen. Für Projekte sucht er übrigens ständig Schauspieler, Helfer und Örtlichkeiten.

Filme sind wie riesige Spielwiesen, auf denen ich mich austobe.

Julien Nagel

Zur Person

Julien Nagel

ist selbstständiger Filmemacher und Regisseur. Weitere Informationen unter www.juliennagel.com.

Geboren: 24. Mai 1988 in Bregenz

Ausbildung: BORG Dornbirn-Schoren, FH Vorarlberg (BA in Business)

Laufbahn: Hypo Landesbank Vorarlberg, Visua Media AG, selbstständig

Hobbys: Filme, Lesen, Puzzeln, Rennradfahren