Weil Qualität Bestand hat

Wetter / 10.10.2013 • 19:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Sessel aus den 1950er-Jahren, Bar aus den Siebzigern – für Alexandra Alge ergibt sich damit ein individueller Wohnstil. Foto: VN/Hofmeister
Sessel aus den 1950er-Jahren, Bar aus den Siebzigern – für Alexandra Alge ergibt sich damit ein individueller Wohnstil. Foto: VN/Hofmeister

Alexandra Alge hat von der Gastronomie zum Möbel-Design gewechselt. Mit Erfolg.

Dornbirn, feldkirch. (VN-cd) Sie hat mit Leidenschaft ein Lokal in Mellau geschupft, den Wiedereinstieg nach der Babypause in den Beruf hat Alexandra Alge jedoch dazu genutzt, sich beruflich völlig neu zu orientieren. Heute, wenn die Messe ArtDesign in Feldkirch ihre Tore für das Publikum öffnet, ist der Vorarlbergerin zu begegnen, die sich vor allem auf Möbel aus den 1950er-Jahren eingeschworen hat.

Kreativ sein und weiterdenken, das war für die Geschäftsfrau immer schon ein Prinzip. Nach der Matura in den elterlichen Betrieb in Mellau einzusteigen, war vorgesehen, das Metzger-Stüble hat sie dann aber gleich etwas umfunktioniert. Nach der Geburt von zwei Kindern, die inzwischen acht und zehn Jahre alt sind, stand ohnehin ein rigoroses Umdenken an und da besann sich Alexandra Alge darauf, was sie ebenfalls noch gern tat und weitete ein Interessengebiet aus, das mehr und mehr zu ihrem wurde.

Die Neugierde schüren

Die Leidenschaft für Möbel-Design entdeckte sie, als sie mit ihrem Mann, dem Künstler Ingmar Alge, viel unterwegs war. Mit einem leeren Bus sei man bei Fahrten nach Brüssel oder in andere Städte nie heimgekommen, erinnert sie sich. Bis zur Gründung der Möbelagentur in Dornbirn war es dann noch ein etwas steiniger Weg, seit 2008 besteht die Einrichtung jedoch, seitdem ist sie „familientechnisch flexibel“ und seitdem macht sie sich auf den Weg, um da und dort etwas zu entdecken, zu erwerben und anzubieten. Sei es in Italien, wo sie auf der Suche nach Stücken von Ico Parisi, Carlo de Carli, Gio Ponti oder Carlo Mollino immer wieder einmal ist, oder sei es bei Messen im Kunsthaus Zürich, in Basel, in Berlin, in Lausanne oder wo auch immer. Dass es die ArtDesign in Feldkirch gibt, schätzt sie sehr, so lassen sich vor Ort Kontakte knüpfen oder einfach nur die Neugierde schüren.

Dass gerade Stücke aus den 1950er-Jahren – wo ihr Schwerpunkt liegt – zum Teil einen enormen Wert erreichen, stehe zwar fest, dennoch will sie ihr Sortiment so ausrichten, dass es eine breitere Publikumsschicht anspricht. „Die Leute bestellen heutzutage nicht mehr ihre ganze Einrichtung beim Tischler oder kaufen sie in einem Möbelhaus. Dass man mit Design- oder Vintage-Design Akzente setzt, haben viele bereits erfahren.“ Nichtsdestotrotz hat zuletzt eine Galerie in London angerufen und zwei Stühle aus Dornbirn geordert.

Und was ist jetzt das Schöne an Stücken aus den 1950er-Jahren? „Die Qualität der Verarbeitung“, erklärt sie, „die interessante Materialauswahl bzw. der Materialmix, der Schwung.“ Gerade in Italien sei damals viel Edles produziert worden, oft in kleinen Tischlereibetrieben, die erst später zu Konzernen wurden.

Altes ist gut für die Jungen

Im Übrigen kann man bei Alexandra Alge auch Teppiche nach alten Mustern anfertigen lassen. Aber das ist eine andere, spezielle Geschichte. Und dass die Leidenschaft für alte Möbel bzw. Vintage-Design das junge Handwerk belebt, steht sowieso außer Frage.

Den Sessel, auf dem sie für unseren Fotografen Platz nahm, hat sie nicht einfach so erstanden, er wurde neu bezogen, natürlich auf Basis entsprechender Kenntnisse, ohne die nichts geht.

Der berufliche Neueinstieg mit Design hat für mich auch familientechnisch gepasst.

alexandra Alge

Zur Person

Alexandra Alge

Geboren: 1970 in Dornbirn, aufgewachsen im Bregenzerwald

Ausbildung: Matura, Gastronomie

Laufbahn: zuerst in der Gastronomie tätig, dann Handel mit Vintage-Möbeln und Design, Gründung der Alexandra Alge Möbelagentur

Familie: verheiratet, zwei Kinder

Wohnort: Dornbirn

Alexandra Alge ist auf der Messe ArtDesign in Feldkirch vertreten, die bis 13. Oktober geöffnet ist

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