Mit viel Liebe für Pferde

Wetter / 04.08.2014 • 18:58 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Erwin Gehrer ist begeisterter Dorfkutscher in einer Kutsche aus k.u.k. Zeiten.  Foto: AJK  
Erwin Gehrer ist begeisterter Dorfkutscher in einer Kutsche aus k.u.k. Zeiten. Foto: AJK  

Der Höchster Erwin Gehrer ist mit der Kutsche für besondere Anlässe unterwegs.

Höchst. (VN-lip) Schon als Kind wollte Erwin Gehrer ein Pony, aber der Wunsch wurde lange nicht erfüllt. „Mit 40 habe ich dann endlich das erste Rössle gekauft. So hat alles angefangen“, lacht der Höchster. Mit Pferden zu arbeiten war immer das Ziel des 49-Jährigen. Heute ist Gehrer als Kutscher und in der Haflingerzucht tätig. „Ich liebe Haflinger, da sie ehrliche Blondinen sind. Ist man gut zu ihnen, benehmen sie sich im Gegenzug auch gut.“

Erholung vom Alltag

Die Arbeit mit den Haflingern ist für den Höchster ein idealer Ausgleich zum Berufsleben. „Das ist eine Erholung vom Alltag. Die Tätigkeit ist auch ein Privileg und keine Pflicht“, so Gehrer. Die Kutsche zu fahren ist für den 49-Jährigen ein Erlebnis für sich. „Wenn ich mit dem Haflingergespann unterwegs bin, schaut die Welt ganz anders aus“, schwärmt der Höchster. Aus dieser Perspektive könne er jedesmal neu lernen die Natur zu schätzen. „Die Aussicht ist einfach ein Paradies. Das Rheindelta, den Karren und sogar den Säntis kann man an schönen Tagen erblicken.“ Auch seinen Fahrgästen will Gehrer das „klassische“ Kutschen-Erlebnis mitgeben. Mit seiner restaurierten Kutsche aus k.u.k. Zeiten, der klassischen Kleidung und dem originalen Fahrstil versetzt er seine Gäste in eine ruhigere Welt zurück. Auf Hochzeiten und Jubiläen fährt der Dorfkutscher oft vor.

Das Gefühl für die Leine ist beim Kutschieren zentral: Die Kommandos werden über die Leine und die Stimme gegeben. „Haflinger sind optimale Kutschpferde. Die Ruhe der Rösser ist auf der Straße ein großer Vorteil“, so der Höchster. Das Vertrauen zu den Pferden spielt eine wichtige Rolle für die Sicherheit, da man sich auch mit der Kutsche an die Verkehrsregeln halten muss.

Nicht nur das Kutschieren, auch die Haflingerzucht hat es dem Höchster angetan. „Die Zucht ist immer spannend, denn es ist immer eine Überraschung, ob die Stute austrägt oder wie sich das Fohlen entwickelt.“

Hauptberuflich ist der 49-Jährige als Betriebsleiter des Krematoriums tätig. Sowohl seine Arbeit als auch seine Freizeitaktivitäten mit den Haflingern sind Gehrer´s Leidenschaften. Die Verantwortung im Beruf und für die Tiere steht immer an höchster Stelle: „Ich setze mich selber an die zweite Stelle und sorge mich zuerst um die Pferde und die Arbeit.“ Der „Beruf“ ist für den Pferdeliebhaber auch „eine Berufung, die ich mit Herz und Euphorie mache“.

Die Welt schaut von der Kutsche ganz anders aus.

Erwin Gehrer

Zur Person

Erwin Gehrer

ist in seiner Freizeit als Dorfkutscher tätig.

Geboren: 4. August 1965

Beruf: Betriebsleiter des Krematoriums Hohenems

Familie: verheiratet, 2 Kinder

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