Die Festspiele absichern

Wetter / 15.08.2014 • 17:53 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Markus Staudacher ist als Rettungstaucher bei den Bregenzer Festspielen im Einsatz.  Foto: VN/Hofmeister
Markus Staudacher ist als Rettungstaucher bei den Bregenzer Festspielen im Einsatz. Foto: VN/Hofmeister

Markus Staudacher ist langjähriger Schutztaucher bei den Bregenzer Festpielen.

Bregenz. (VN-lip) Während der Aufführung der Zauberflöte auf der Festspielbühne steht Markus Staudacher mit einem Kollegen auf einer Taucherplattform ganz vorne bereit. Auf der Hinterbühne sind zwei weitere Schutztaucher der Österreichischen Wasserrettung bereit für einen Einsatz. Über Funk bleiben die Taucher in Kontakt mit der Regie: Falls etwas passieren sollte, sind die Taucher sofort zur Stelle. Wie letztes Jahr, als die Gondel während einer Vorstellung kenterte. „Wir hatten die Situation schnell unter Kontrolle und nach einer kurzen Unterbrechung ging die Aufführung wieder weiter“, erklärt der Dornbirner.

Solche Unfälle sind relativ selten, aber jeder muss dafür bereit sein. Zusätzlich zum Sicherheitsbriefing der Festpiele werden die Alarmpläne und Einsätze während der Proben mit den Schauspielern durchgespielt. „Es ist immer ein Highlight, wenn es in einem Jahr keine Einsätze gibt“, so Staudacher, der seit 1985 die Festspiele überwacht.

„Ich habe viel Einblick in die faszinierenden Aufführungen erhalten. Künstlerisch hat mir David Pountneys Inszenierung des “Nabucco” 1993 am besten gefallen“, meint der 50-Jährige.

Leidenschaftlicher Taucher

Neben dem Einsatz bei den Festpielen ist Staudacher mit der Österreichischen Wasserrettung im ganzen Land unterwegs. Vorarlberg ist das einzige Bundesland ohne Polizei- oder Feuerwehrtaucher. Deshalb ist die Wasserrettung für die meisten Taucheinsätze zuständig – sei es die Suche nach einem verlorenen Ehering oder einer Leiche. „Das ist für alle Helfer ein Ehrenamt und wir arbeiten auch auf  Freiwilligenbasis. Das funkioniert nur, wenn der Arbeitgeber Verständnis hat, falls der Pager einen Einsatz meldet“, so der Taucher.

Seit 32 Jahren ist Staudacher bei der Österreichischen Wasserrettung tätig. „Das Tauchen ist wie ein Fieber der Begeisterung. Im Wasser zu sein, ist ein fantastisches Gefühl der Schwerelosigkeit“, schwärmt der Dornbirner. Der 50-Jährige verbringt jede freie Minute unter Wasser: „Da gibt es so viel Schönes zu entdecken.“ Meist ist er im Bodensee zu finden, oder, wenn sich die Möglichkeit ergibt, im Meer.

„Das Wrack der Jura ist faszinierend, ansonsten sind die Malediven oder Australien auch wunderschön, um die Unterwasserwelt zu entdecken“, erklärt Staudacher. Auch seine Familie hat das Tauchfieber schon gepackt. „Meine Frau taucht auch, und meine Kinder lernen es gerade.“

Ich freue mich bei jedem Tauchgang aufs Neue.

Markus Staudacher

Zur Person

Markus Staudacher

ist Rettungstaucher der Österreichischen Wasserrettung

Geboren: 6. April 1964

Wohnort: Dornbirn

Beruf: Photovoltaik-Verkäufer

Familie: verheiratet, 2 Kinder

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