Horn und Heavy Metal

Wetter / 17.05.2015 • 18:27 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Dem begeisterten Musiker Matthias Vallaster aus Bartholomäberg ist auch die Jugendarbeit ein wichtiges Anliegen. Foto: vn/stiplovsek
Dem begeisterten Musiker Matthias Vallaster aus Bartholomäberg ist auch die Jugendarbeit ein wichtiges Anliegen. Foto: vn/stiplovsek

Der Montafoner Matthias Vallaster ist Kapellmeister und Landesjugendreferent des Blasmusikverbands.

Bartholomäberg. (VN-db) Es war das Waldhorn, das Matthias Vallaster schon als Kind faszinierte. Bei der ersten Berührung mit dem Instrument war er im Volksschulalter. Ab diesem Moment war der musikalische Weg des Hornisten maßgeblich beeinflusst.

„In meiner Familie ist die traditionelle Blasmusik nicht verwurzelt. Ich habe selbst die Begeisterung dafür entwickelt“, sagt der 28-Jährige. Mit zehn Jahren nimmt er Instrumentalunterricht. Die Präsenzdienstzeit absolviert der Montafoner in der Vorarlberger Militärmusik und beginnt gleichzeitig die Dirigentenausbildung. Bereits im Alter von 20 Jahren übernimmt er dann die musikalische Leitung der Harmoniemusik Bartholomäberg.

Engagierte Jugendarbeit

Seit jeher hat es sich der Kapellmeister zur Aufgabe gemacht, die Jugendarbeit im Rahmen des Musikvereins voranzutreiben. Das sei am Anfang nicht immer leicht gewesen. Die heute rund 40 aktiven Musiklehrlinge seien das Ergebnis großen Engagements. „Jugendarbeit ist nicht wie Apfelernte. Ich kann nicht einfach nur die reifen Früchte vom Baum pflücken. Es ist eine aktive Arbeit, die ich aus Überzeugung mache. Durch verschiedene Projekte wollen wir die Jugendlichen für die Blasmusik und das Vereinsleben begeistern“, erklärt der ehrgeizige Hornist. Es gehe also primär nicht ausschließlich um die Musik, sondern auch um die Gemeinschaft. So gehören beispielsweise Wanderungen, Ausflüge und gemeinnützige Projekte genauso dazu wie die regelmäßigen Proben und Konzerte.

Vallasters ehrenamtliches Engagement hat wohl auch dazu geführt, dass er seit vergangenem November das Amt des Landesjugendreferenten des Vorarlberger Blasmusikverbandes innehat. „Man hat mich gefragt und ich habe nicht Nein gesagt“, sagt er bescheiden. Mit seinen beiden Stellvertretern im Team stellt er die Verbindung zwischen der Vorarlberger und der österreichischen Blasmusikjugend und dem Blasmusikverband und anderen Organisationen dar.

Dazu zählt auch die Koordination des Jugendblasorchester-Wettbewerbs. „Das Wichtigste an solchen Veranstaltungen ist die Freude an der Musik. Es geht dabei um eine Momentaufnahme, wie bei einer Schularbeit. Dessen müssen sich die Teilnehmer bewusst sein. Sie sollten den Wettbewerb als Möglichkeit sehen, ein Feedback von externen Juroren zu bekommen und sich aufgrund dessen weiterzuentwickeln“, betont der Kapellmeister.

Kontrastprogramm

Im privaten Rahmen mag der Jugendreferent gerne ein musikalisches Kontrastprogramm zur Blasmusik. Obwohl es ihm niemand zutraue, dürften es durchaus Heavy-Metal-Klänge sein, die aus den Lautsprechern dröhnen. Natürlich schlägt Vallaster auch hier die Brücke zum Musikverein: „Mit dem Jugendorchester haben wir die Metal-Hymne ‚Hard Rock Halleluja‘ von den einstigen Song-Contest-Gewinnern ‚Lordi‘ gespielt“, erzählt er und lacht. Generell möchte er möglichst viel Abwechslung ins Repertoire bringen. So wie die Musiker sei auch das Publikum nicht homogen.

Ob er einmal seine Passion an die nächste Generation in der Familie weitergeben wird, weiß der junge Bartholomäberger noch nicht. Aber eines ist sicher: „Ich würde mir wünschen, dass meine Kinder am Vereinsleben teilnehmen. Ob das nun Sport, Feuerwehr oder Musik ist, das darf immer noch jede/r selbst entscheiden.“

Ich bringe Abwechslung ins musikalische Repertoire.

Matthias Vallaster

Zur Person

Matthias Vallaster

Geboren: 3. Oktober 1986

Werdegang: HTL für Nachrichtentechnik, Abteilungsleiter Liebherr-Werk Nenzing, Landesjugendreferent Vlbg. Blasmusikverband, Kapellmeister Harmoniemusik Bartholomäberg

Familienstand: ledig