Wenn Arbeit Früchte trägt

Wetter / 12.10.2015 • 18:33 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Ernte ist eingebracht. Dem Rankler Rudi Waibel wurde das Gärtnern in die Wiege gelegt. Foto: Maier-Ortner
Die Ernte ist eingebracht. Dem Rankler Rudi Waibel wurde das Gärtnern in die Wiege gelegt. Foto: Maier-Ortner

Der Rankler Gärtner Rudi Waibel steckt mit seiner Freude am Gärtnern Jung und Alt an.

Rankweil. (VN-bem) Läutet man bei Rudi Waibel an der Haustür, kommt er einem lächelnd mit einem Kantenschneidegerät „bewaffnet“ aus dem Garten entgegen. Dem gebürtigen Lustenauer scheint sein Garten das zweite Wohnzimmer zu sein. Jetzt, im goldenen Oktober, mit Sonnenschein, blauem Himmel und blühenden Rosen ist das auch gut nachvollziehbar. „Mir wurde das Gärtnern bereits in die Wiege gelegt, hatte doch mein Vater eine Gärtnerei, und wir Kinder sind praktisch im Dreck und mit den Blumen aufgewachsen“, erinnert sich Waibel mit einem Lachen zurück.

Die Lehre zum Gärtner hat er selbstverständlich beim Vater in der Gärtnerei gemacht und im elterlichen Betrieb nach der Lehre auch gearbeitet. Für zehn Jahre zog es ihn in eine Gärtnerei nach Vaduz, bis er bei seinem Bruder in Mäder anheuerte. „30 Jahre lang war ich dort für die Rosen zuständig“, sagt der 71-Jährige, der bei vielen für sein umfangreiches Wissen über die Königin der Blumen bekannt ist.

Oktober ist Erntezeit

Die Säulenapfelbäume und –birnbäume, die wie eine Perlenkette eine Grundstücksgrenze seines Gartens markieren, haben ihre Früchte bereits in Rudi Waibels Hände gegeben. Voll gefüllt und bunt gemischt mit Äpfeln und Birnen stehen die Obstkörbe in seiner Garage. In regelmäßigen Abständen gilt es, das Obst nach faulenden Früchten durchzuschauen. „Ich war heute bei einer großen Ernte bei einem Obstbauern in der Nähe. Heuer ist die Ernte durch den sehr heißen und trockenen Sommer rund zwei Wochen früher dran, was sehr außergewöhnlich ist. Die Früchte sind kleiner, aber auch süßer. Man wird sehen, ob sich das Lagerobst trotz des heißen Sommers gut lagern lässt“, erklärt der Rankler. Aufgrund der kleineren Ernte übertrifft dieses Jahr die Nachfrage bei der Obstbörse in Rankweil das Angebot.

Gelebtes Ehrenamt

Zum Verein Obst- und Gartenkultur Vorarlberg (OGV) hat ihn sein Nachbar bereits im Jahr 1971 gebracht. Dieser war damals im OGV-Vorstand und schlug Waibel vor, doch mit ihm gemeinsam den Vinomnasaal in Rankweil zu dekorieren. Seither haben ihn der Verein und seine Mitglieder nicht mehr losgelassen. „Seit zehn Jahren bin ich Vizeobmann beim OGV Rankweil, zu dessen rund 2000 Mitgliedern auch Schweizer und Liechtensteiner gehören.“

Neben allerlei Kursen rund ums Thema Gärtnern und Verarbeiten organisiert der umtriebige Gartenliebhaber rund 20 Reisen im Jahr mit dem Rankler Verein. Waibel und seine Frau Lotte übernehmen dabei auch gerne die Reiseleitung. So geht es zur Mandel- und Kirschblüte auf die Inseln Madeira, Lanzarote und Mallorca, nach Andalusien, Rom oder vom Schwarzen Meer mit dem Schiff die Donau entlang. „Oder es wird ein Ausflug zur nur alle zehn Jahre stattfindenden Floriade Blumen- und Gartenschau in den Niederlanden unternommen.“

Den Nachwuchs für das Thema Pflanzen und Gärtnern zu begeistern, gelingt Rudi Waibel beim Bau von Nützlingshotels in Kindergärten und Schulen. „Im Kindergarten Meiningen haben wir aus Holzpaletten Kräuterbeete gebaut und in den Hochbeeten Radieschen und Salat gepflanzt. Da habe ich unter anderem von einer Mutter erzählt bekommen, dass ihr Sohn zu Hause in der Wiese und in Blumentöpfen weitergepflanzt habe. So trägt meine Arbeit Früchte. Die Kinder sind begeistert vom Säen, Anpflanzen und Ernten“, freut er sich.

Kinder sind begeistert vom Säen, Anpflanzen und Ernten.

Rudi Waibel

Zur Person

Rudi Waibel

ist passionierter Gärtner, Rosenexperte und als Vizeobmann für den Rankler Verein Obst- und Gartenkultur Vorarlberg aktiv.

Geboren: 24. Februar 1944

Ausbildung: Gärtner

Familie: verheiratet mit Lotte, ein Sohn, eine Tochter, zwei Enkelkinder