Frischer Wind im Stadl

11.11.2015 • 17:22 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Jungwirtin Katharina Bösch freut sich, mit dem Lebensgefährten Philipp einen eigenen Gastbetrieb führen zu können.  Foto: Hagen
Jungwirtin Katharina Bösch freut sich, mit dem Lebensgefährten Philipp einen eigenen Gastbetrieb führen zu können. Foto: Hagen

Lustenauer Jungwirtin­ verwirklicht ihren Traum in alten Ge­mäuern.

Lustenau. (VN-bem) Die Idee, aus ihrem alten Stadl, der in der letzten Zeit als Materiallager diente, einen Gastronomiebetrieb zu machen, stand bei Familie Bösch schon seit einigen Jahren im Raum. „Ich glaube, meine Mama war die erste, die diese Idee aufbrachte, aus unserem Stadl etwas Schönes zu machen“, blickt Katharina Bösch auf die Ideenschmiede für ihren „Bärenstadl“ in der Maria-Theresien-Straße zurück.

„Der Stadl gehört meinem Opa Otto Bösch. Er hat ihn 1946 an der Betonstraße in Richtung Hard entdeckt und ein Drittel davon abtragen und von einem Zimmermann hier in Lustenau hinter unserer Metzgerei wieder aufbauen lassen“, erzählt die sympathische Jungwirtin, die sich einen Traum verwirklichen konnte. „Ich freue mich, dass mein Opa seinen Stadl für einen Gastronomiebetrieb zur Verfügung stellt.“

Seit knapp zwei Monaten hat ihr Gasthaus an der Lustenauer Bärenkreuzung nun bereits geöffnet und Katharina Bösch freut sich sehr, dass die Resonanz ihrer Gäste sehr positiv ausgefallen ist. „Das freut mich sehr, dass unsere Arbeit so gut ankommt.“

Mit viel Herzblut

Dass man in den Räumlichkeiten Geschichte und Moderne gekonnt miteinander verbunden hat und viel Herzblut und Detailarbeit der gesamten Familie hineingesteckt wurde, merkt der Besucher sofort. Die Architekten Hugo Dworzak und Julia Kick zeichnen für die Umbauarbeiten des alten Gebäudes zu einem gemütlichen Heurigen verantwortlich. „Hier in den Räumen haben auch schon 2000 bis 3000 Hühner ihre Eier gelegt. Wir haben die Böden rausgestemmt, einige Wände abgebrochen und die alten Balken abgeschliffen. Die Tische sind lauter alte Schätze, der einzige runde Tisch ist sogar an die 200 Jahre alt“, sagt die 24-Jährige mit einem Lächeln und schaut auf den fünfeinhalb Monate alten Maximilian, der brav in ihren Armen liegt. Die Türen haben sie aus altem Holz herstellen lassen. Ein mit der Borke naturbelassener Eichenstamm trägt das Gebälk in der Gaststube.

Der Herausforderung gestellt

Die Lustenauerin hat viel Erfahrung in der gehobenen Gastronomie sammeln können, die sie jetzt für ihren eigenen „Heurigen“ gut einsetzen kann. Die Lehre zur Köchin hat die Lustenauer Metzgerstochter im Hotel Post in Lech am Arlberg gemacht. Nach der Lehre ging es für sie eine Saison lang nach Ischgl, um im Anschluss wieder drei Saisonen im Hotel Post zu arbeiten.

„Ich hatte großen Respekt vor der Verantwortung, einen eigenen Gastronomiebetrieb zu führen, das konnte ich mir zuerst nicht vorstellen, aber meine Familie unterstützt mich sehr, und so teilt sich die Verantwortung auch etwas auf“, sagt die Jungwirtin und fügt hinzu: „Ich bin sehr dankbar dafür, was meine Familie während der Umbauphase alles geleistet hat. Besonders mein Papa hat, als ich schwanger war, jeden Tag nach der Arbeit mitgeholfen, auch wenn es einfach nur etwas zum Zusammenräumen gab.“

Beim Innenausbau hat Katharina Bösch ihre Ideen miteinfließen lassen. So hat sie zusammen mit Architektin Julia Kick den Bar- und Küchenbereich des „Bärenstadls“ mitentworfen.

Damit sie die Herausforderung, gleichzeitig Wirtin und junge Mutter zu sein, gut bewerkstelligen kann, helfen Lebensgefährte Philipp und die gesamte Familie Bösch auch in Sachen Babysitten des kleinen Maximilian sehr gerne mit.

Ich freue mich, dass mein Opa seinen Stadl für einen Gastronomiebetrieb zur Verfügung stellt.

Katharina Bösch

Zur Person

Katharina Bösch

ist selbstständige Wirtin im „Bärenstadl“ in Lustenau.

Wohnort: Lustenau

Geboren: 24. November 1990

Familie: Lebensgemeinschaft mit Philipp, Sohn Maximilian (fünfeinhalb Monate)

Ausbildung: Lehre zur Köchin im Hotel Post in Lech am Arlberg, Saison in Ischgl, drei Saisonen im Hotel Post in Lech und fast drei Jahre im Hotel „Krönele“ in Lustenau